Brack bangt um Schlinger

Handball-Bundesliga: HBW startet gegen die Rhein-Neckar Löwen

Balingen, 27.08.2010 von Marcus Arndt

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Der Balinger Handball-Bundesligist startet morgen Abend in die neue Saison. In der „Hölle Süd“ erwarten die wackeren Schwaben den badischen Rivalen aus Mannheim. Beginn der Partie ist um 19 Uhr.

Es ist ein ungleiches Duell zwischen dem Abstiegskandidaten aus der schwäbischen Provinz und dem Champions-League-Aspiranten aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Mit einem Acht-Millionen-Etat wollen die Löwen den Rückstand auf die Branchengrößen Kiel und Hamburg weiter verkürzen – und träumen vom ersten großen Triumph in Mannheim. Deshalb haben die Kurpfälzer noch einmal intensiv in neues Personal investiert: Der Schweizer Andy Schmid (Rückraummitte), Robert Gunnarsson (Kreis), Ivan Cupic (Rechtsaußen) und der Norweger Börge Lund sollen den ohnehin hochwertigen Kader veredeln. „Eine enorme gegnerische Qualität“, sagt HBW-Kommandogeber Dr. Rolf Brack und fügt hinzu: „Wir brauchen eine gute Taktik, um die Löwen vor Probleme zu stellen.“ Und schnelle Beine, ergänzt der Sportwissenschaftler, welcher seine Truppe vor den überfallartigen Angriffen der Lindgren-Truppe warnt. „Im Rückzugsverhalten sind wir besonders gefordert“, erklärt der Dozent der Universität Stuttgart, nicht nur Uwe Gensheimer und der Kroate Cupic seien in der ersten Welle brandgefährlich, sondern auch Bjarte Myrhol aus der zweiten sowie Karol Bielecki aus der dritten Welle heraus.

So war das „Umschalten“, wie es der Erfolgstrainer von den Fildern formuliert, stets Thema in den vergangenen Übungseinheiten. In denen haben sich die Neuzugänge Johan Boisedu und Roland Schlinger stark verbessert präsentiert. „Ihre stärksten Trainingsleistungen“, so Brack weiter, „ich hoffe, dass der Knoten endlich geplatzt ist.“ Doch just wenige Stunden vor dem Saisonstart gegen die Löwen plagen den 56-Jährigen erneut große Personalsorgen. Der Einsatz von Schlinger ist stark gefährdet. Der Österreicher zog sich im Training einen Kapselriss im Ringfinger der Wurfhand zu und droht auszufallen. Da auch Klaus Schuldt mit 39,5 Grad Fieber ausfällt befürchtet Brack, „dass wir bereits im ersten Spiel keine zwölf Feldspieler aufbieten können.“

Das wirbelt das taktische Konzept des Handball-Doktors kräftig durcheinander. „Ich wollte mit zwei Blöcken spielen“, legt der HBW-Coach die Stirn in Falten, „denn länger als 45 Minuten sollte unser Stammbesetzung nicht auf dem Platz stehen.“ Das wird sie aber müssen, denn die Zweitbesetzung fällt doch deutlich ab. Erst recht, wenn Schlinger ausfällt – und Boisedu in die erste Sieben rückt.

Probleme dieser Art kennt Ola Lindgren nicht. Der Schwede in Diensten der Löwen muss einzig auf Kapitän Gudjon Valur Sigurdsson verzichten. Zweimal wurde der „Eiskrieger“ in den vergangenen Monaten am linken Knie operiert. „Ich kann zwar immer noch nicht richtig laufen, aber die Ärzte sind mit dem Heilungsverlauf bislang sehr zufrieden“, verrät der 31-jährige Isländer, der für sein Comeback schuftet. Dafür ist Olafur Stefansson nach seiner Meniskus-Operation rechtzeitig zum Saisonstart in Balingen (Samstag, 19 Uhr, SparkassenArena) wieder fit. Im Test gegen die Kadetten Schaffhausen mischte der Isländer dosiert mit. Die Protagonisten neben der Platte waren nach dem 30:25-Sieg über den Schweizer Meister zufrieden. „Das war eine gute Generalprobe, die Partie hatte durchaus die Intensität einer Bundesliga-Begegnung“, meint Thorsten Storm. Der Löwen-Manager sieht sein Team gut gerüstet für den Start in der Liga: „Wir haben den Härtetest bestanden und können selbstbewusst zum baden-württembergischen Derby nach Balingen fahren.“

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