Für jeden Kulturgeschmack ebbes
Die aufpolierte Stadthalle startet mit Neuerungen wie der „Jungen Linie“ und großen Namen
Balingen, 25.08.2010 von Rosalinde Conzelmann
14 Monate lang fand die Stadthallen-Kultur im Loft oder in der Volksbankmesse statt, weil „Balingens gute Stube“ einer Generalsanierung unterzogen wurde. Nach der glanzvollen Wiedereröffnung stellte Stadthallenchef Ulrich Klingler gestern nun das erste Kulturprogramm für das neue Stadthallen-Ambiente vor. Es gibt Neuerungen, die alten Preise und große Namen. Stolz blickt der Kulturmanager auf ein Heft mit vielen Seiten.
Auf vielfachen Wunsch des Stammpublikums wurden die Wahlabonnements noch deutlicher gestärkt. Die Anzahl der Sprachtheater wurde von acht auf sechs reduziert. „Weil die Tendenz zum Wahl-Abo geht“, so Klingler. Er hofft, dass das neue Angebot der „Jungen Linie“ angenommen wird. Dahinter steckt die Intention, junge Menschen für das Theater zu begeistern. „Das ist ein Grundproblem“, weiß Klingler aus seiner langjährigen Erfahrung als Kulturchef. Die „Junge Linie“ sind vier moderne Theaterstücke: Theatersport, „Ensel und Krete“, „Ein fliehendes Pferd“ und „Lieben und Töten - das kurze Leben des Heinrich von Kleist“. Auch die „Kleine Reihe“ mit regionalen Künstlern aus Melchingen und Balingen „ist manchmal ganz groß“, verspricht Klingler. Mit dabei auch großes Kabarett und ein Abend mit deutschen Volksliedern.
Im Theater-Abo setzt der Kulturmacher auf Bewährtes und Klassisches. Es gibt eine One Woman-Show mit Dominique Howitz, das Theaterstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, „Die Buddenbrooks“ und Dürrenmatts Tragikkomödie „Der Besuch der alten Dame“.
Zu den Saison-Höhepunkten zählt Klingler die nunmehr 14. Eigenproduktion der Stadthalle: „Ich bin glücklich, dass wir mal wieder eine Operette machen.“ Am 26., 27. und 28. November wird der Balinger Opernchor gemeinsam mit internationalen Solisten, der arcademia sinfonica und der Ballettschule Attitude Karl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ aufführen. „Wir freuen uns jetzt schon darauf“, meint Klingler und verweist auf das ungewöhnliche Bühnenbild. Das Wahl-Abo enthält aber auch noch die Opernaufführung „Der Troubadour“, die Kult-Musical-Show „The Blues Brothers“ und ein Weihnachtskonzert mit der Grosselfinger Sopranistin Natalie Karl. „Das wird ein richtig schönes Konzert“, verspricht Klingler jetzt schon. Keine Stadthallensaison ohne Antoine de Saint-Exupery und den „Kleinen Prinz“. Auch die Magie kommt zum Zuge: „Marc und Alex“ geben anlässlich ihres 20 Jubiläums zwei Vorstellungen. Auf der neuen Stadthallen-Bühne treten natürlich auch wieder die Schauspieler des Chiemgauer Volkstheaters auf und Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten versprühen mit ihrem Blechbläser-Klang „Lebensfreude“.
Die „Swing Night“ mit Max Greger, Hugo Strasser und dem Stargast Gus Backus lässt Swingherzen höher schlagen. Das 5. Balinger Klavierfestival im Februar 2011 bezeichnet Klingler als das „zweite große Highlight“ der neuen Kultursaison. „Die Leute freuen sich jetzt schon darauf.“ Der Pianist Gerhard Opitz wird erwartet. Mit „Power-Percussion – „da geht es ab“ – drei schönen, großen Verdi-Opern und dem Musical „Romeo und Julia Today“ wird ein großer kultureller Bogen gespannt, der für jeden Geschmack etwas bietet.
Auch beim Kinderprogramm legen die Veranstalter „Wert auf Qualität“. Klingler will mit dieser Philosophie schon die Kleinsten ans Theater heranführen.
Bereits ausverkauft ist die Komede-Scheuer Mäulesmühle. Und der Run auf die Karten für die großen Kabarettisten Kaya Yanar oder Bülent Ceylan, die in der Volksbankmesse auftreten, hat schon eingesetzt. Auch das Kochevent mit Fernsehkoch Alfons Schuhbeck oder das Konzert mit Giora Feidmann sind Zugpferde, die das große kulturelle Angebot widerspiegeln.
