Individuelle Mängel
Oberliga: TSG Balingen muss sich bis Mittwoch steigern
Balingen, 24.08.2010 von Ralph Conzelmann
Insbesondere im spielerischen Bereich offenbart die TSG Balingen in der Frühphase der Saison markante Defizite. Kaum brauchbare Vorstöße über die Außen, keine Ideen aus dem Zentrum, mangelnde Durchschlagskraft im Angriff. Wenn dazu noch individuelle Mängel im Defensivverhalten zutage treten, sind Niederlagen unvermeidbar.
„Wir haben uns in den ersten 45 Minuten nur eine halbe Chance erarbeitet“, gestand TSG-Trainer Karsten Maier nach der 1:3-Pleite beim Kehler FV ein. Sein Gegenüber Bora Markovic strahlte natürlich: Diszipliniert habe sein Team gespielt, meinte der Serbe. Kaum ins Gewicht fiel, dass die Gastgeber nahezu eine komplette Halbzeit in Unterzahl agierten: Guillaume Zimmer hatte nach einer Tätlichkeit an Felice Dilucia die Rote Karte gesehen (48.).
Kuriosum am Rande: Nach dem Seitenwechsel musste Schiedsrichter Michael Schroeter (Eberbach) wegen Kreislaufbeschwerden passen und wurde durch den ersten Assistenten Andreas Reuter ersetzt. Als neuer zweiter Linienrichter sprang Willi Hofmann (Obmann der Schiedsrichtergruppe Hanauerland) in die Bresche.
Bereits am Mittwoch können, ja müssen sich die Balinger rehabilitieren: Im Heimspiel geht's ab 18.15 Uhr gegen die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Die Degerlocher fertigten zuletzt den ASV Durlach mit 4:1 ab, was Co-Trainer Joachim Schlosser mit Freude registrierte: „Wir hatten die bessere Chancenauswertung, deswegen ist der Sieg verdient.“
Im zweiten Teil der „englischen Woche“ hat es die TSG am Samstag (15.30 Uhr) auswärts mit dem 1. FC Normannia Gmünd zu tun. Die Ostälbler spielten 1:1 gegen die Spvgg Neckarelz. Normannia-Coach Helmut Dietterle stellte die Leistung seiner Truppe zufrieden: „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Es war ein gutes Spiel. Das 1:1 war unnötig. Hätten wir stattdessen das 2:0 gemacht, wäre es eine klare Sache geworden.“ Klarere Worte fand der Gmünder Kapitän Matthias Gruca: „Der Punkt fühlt sich an wie gar nichts. Ich bin richtig sauer, denn das Spiel hätten wir gewinnen müssen.“
Den ersten Saisonsieg fuhr der Regionalliga-Zwangsabsteiger SSV Reutlingen ein – 3:1 (2:1) hieß es am Ende gegen den Neuling FSV Hollenbach, dessen Übungsleiter Manfred Stephan tobte: „Unser Abwehrverhalten reicht nicht für die Oberliga.“ Entspannter gab sich Lothar Mattner, der Reutlinger Chefcoach: „Im Großen und Ganzen haben die Zuschauer ein attraktives Spiel gesehen, das wir verdient gewinnen konnten.“
Mit je zehn Punkten aus vier Spielen führen der FC Nöttingen und der FV Illertissen weiterhin das Tableau an, während der frühere Bundesligist SV Waldhof Mannheim einen Dämpfer erhielt: Gegen den VfL Kirchheim (0:2) setzte es die erste Saisonniederlage. „Das war eine indiskutable Leistung. Wir brauchen gar nicht um den heißen Brei herumzureden: Was die Mannschaft geboten hat, war grottenschlecht“, zeigte sich Waldhofs Sportlicher Leiter Günter Sebert tief enttäuscht.
Brandstiftung im VIP-Zelt
Böse Überraschung bei den Fußballern der TSG Balingen: Wohl in der Nacht zum Samstag haben bislang Unbekannte versucht, einen Brand im VIP-Zelt „Golden Goal“ zu legen. „Es ist offensichtlich, dass die Täter gezielt vorgegangen sind“, berichtet Ronald Schefer vom Bewirtungsteam der TSG. Das Vorhaben scheiterte, weil sich der Brandherd nicht weiter ausbreitete. Der Verein setzte die Polizei von der versuchten Brandstiftung in Kenntnis. Die Beamten wollen nun ermitteln, ob Zusammenhänge zu ähnlich gelagerten Straftaten bestehen. Der Sachschaden dürfte einige hundert Euro betragen.
