Im Studio für Missionarbeit
Mit „Campus für Christus“ kam Samuel Wochner nach Nigeria
Dotternhausen, 24.08.2010 von Siegfried Seeburger
Von seiner Familie wurde ihm ein herzlicher Empfang zur Rückkehr bereitet. Schon vor Abschluss seiner Schreinerlehre im Herbst vergangenen Jahres hatte sich Samuel Wochner vorgenommen, sich einer Sache zu widmen und für eine Aufgabe einzusetzen, die ihn als jungen, christlich geprägten Menschen ganz fordert.
Er bewarb sich bei „Campus für Christus“, einer Nichtregierungsorganisation, die als christlich ausgerichtetes Missionswerk weltweit tätig ist. Nach persönlicher Vorstellungen und dem Nachweis der Tropentauglichkeit wurde Samuel Wochner in einem mehrwöchigen Seminar auf seine Aufgabe in Nigeria vorbereitet und erfuhr Wichtiges über Land und Leute in dem riesigen westafrikanischen Territorium.
Am 6. Oktober flog er dann ab Frankfurt nach Abuja, der Hauptstadt von Nigeria. Weiter ging es in den Bundesstaat Plateau, wo er in der Nähe der Provinzhauptstadt Jos seinen Arbeitsort erreichte. Er wurde von einer Familie betreut, in der die Frau Deutsche ist.
Hier fand er während seines Aufenthalts in Nigeria ein zweites Elternhaus. Samuel Wochner war fasziniert von der Gastfreundlichkeit und Bescheidenheit der Bewohner.
Die Infrastruktur dort lässt sich nicht mit europäischen Verhältnissen vergleichen. Vor allem während der Trockenzeit mangelt es an ausreichend Frischwasser, erzählte er in einem Gespräch mit unserer Zeitung. So könne sogar das Duschen mit warmem Wasser oft zu einem wahren Glückserlebnis werden. Samuel Wochner arbeitete in einem Studio, wo die Missionsarbeit mit dem „Jesus Film“ koordiniert und unterstützt wird.
Es geht dabei um die Übersetzung und Synchronisierung von Dialogen in die über 400 verschiedenen Regionalsprachen. Neben Englisch gelten vor allem Haussa, Igbo und Yoruba als offizielle Landessprachen, berichtet der sympathische junge Mann mit sanfter Stimme und erinnert auch an die blutigen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre zwischen Muslimen und Christen, von denen die friedliebenden Menschen dort heimgesucht worden seien. In einigen Rundbriefen über das Internet hat Samuel Wochner die Eindrucke und Erlebnisse geschildert und seine Arbeit beschrieben. Das Weihnachtsfest 2009 verbrachte er auf der vier Stunden entfernt gelegen Farm „Hope Eden“. Vor dem eigentlichen Fest habe es aber bei sengender Hitze für die Farmleute und Besucher noch viel Arbeit auf den Reisfeldern gegeben.
Der Weihnachtsbaum bestehe aus Palmzweigen, die weihnachtlich geschmückt worden seien. Das von den Müttern zubereitete Weihnachtsessen habe aus gedünsteter Bohnenpaste, Salat und einer „heißen Rote“ bestanden. Dann sei der Santa Claus gekommen und habe Geschenke verteilt, und zwar an jeden, der vorher gesungen, getanzt oder ein Gedicht ausgesagt habe. Auch über die Wasserversorgung und die offensichtlich überall, aber kaum bemerkbare Korruption erzählte Samuel Wochner.
Zu Ostern 2010 haben ihn seine Eltern in Nigeria besucht, und es sei für alle ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. Zurück in Deutschland bemüht sich Samuel Wochner jetzt um einen Arbeitsplatz als Schreiner.
Herzlicher kann ein Empfang wohl kaum sein, als mit solch einem Banner am Balkon: „Endlich ist es wahr, unser Samuel ist wieder da!“ Und Samuel Wochner ist froh, dass er wieder zu Hause ist.
