Individuelle Mängel

Handball: HBW 2 spielt heute beim Geider-Cup

Balingen, 21.08.2010 von Marcel Schlegel

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Die Personallage beim Balinger Handball-Drittligisten war prekär – und bleibt es. Auch für den Geider-Cup in Östringen, an dem sich der HBW 2 heute beteiligt, gibt Eckard Nothdurft kaum Entwarnung.

Die Problemstellen waren nicht zu übersehen. Beim Dröse-Cup am vergangenen Wochenende in Bönnigheim hatte der Balinger Trainer so seine Mühe und Not, die Spielmacherposition adäquat zu besetzen. Mal versuchte es Nothdurft mit Rückraumakteur Micha Thiemann, das andere Mal mit Fabian Schlaich, der eigentlich auf den Außenpositionen zuhause ist. „Das sind alles keine Optionen für die Saison“, findet „Ecki“, der dem gelernten Aufbauspieler Christian Wahl in der Rückraummitte die meisten Spielanteile einräumte. Nicht unzufrieden sei er mit dem 19-Jährigen gewesen, sagt Nothdurft, aber es habe sich gezeigt, dass Wahl, der aus der A-Jugend kommt, im Alltag des Drittliga-Handballs gerade im körperlichen Bereich Defizite habe.

Überhaupt war „Ecki“ mit der Leistung seiner Schützlinge beim Dröse-Cup nicht einverstanden. Den vierten Platz, welchen sich die Kreisstädter beim hochkarätig besetzten Turnier sicherten, das der Zweitligist SG BBM Bietigheim gewann, sei dem Turniermodus zuzuschreiben. „Wir haben drei von vier Spielen verloren“, begründet Nothdurft – und analysiert: „Wir machen noch zu viele individuelle Fehler.“ Doch nimmt der HBW 2- Coach seine Jungs auch in Schutz: „Vielleicht erwarte ich zu viel. Wir sind ein noch sehr junges Perspektivteam. Steffen Zank war mit 24 Jahren zuletzt der älteste Spieler.“

Außerdem musste Nothdurft auf allerhand Leistungsträger verzichten und hatte daher auf eine schnelle Rückkehr von René Wismar gehofft. Diese folgte und mit ihm zuletzt die Wende. Im Testspiel am Donnerstag bei der TSG Söflingen konnte der routinierte Regisseur wieder 20 Minuten mitwirken – und prompt gewannen die Balinger mit 29:27 (15:13). „Wir konnten wieder die 3:2:1-Deckung spielen. Da wusste jeder, was er zu tun hat“, war Nothdurft zufrieden.

Doch damit sind „Eckis“ Sorgen nicht aus der Welt. Zwar wird Wismar heute beim Geider-Cup mit von der Partie sein, dennoch muss Nothdurft in Östringen auf routinierte Kräfte verzichten. Bitter: Zum langzeitverletzten Regisseur Matthias Stocker, der in diesem Jahr nicht mehr spielen wird, gesellt sich endgültig Christoph Foth hinzu: Der Kreisläufer, der sich nach einem Pferdekuss bei der A-Jugend-DM Mitte Juni nur scheinbar leicht verletzt hatte, fällt mindestens drei Monate aus. Die Diagnose: „Ein Muskelteilabriss im Oberschenkel“, so Nothdurft, dem im Hinblick auf das heutige Turnier leicht bange ist: „Klaus Schuldt trainiert mittlerweile voll bei der ‚Ersten‘ mit. Ihn müssen wir also auch kompensieren. So breit aufgestellt sind wir nicht. Und daran ändert sich ja nichts.“

Zumindest nicht heute. Um 12.15 Uhr bestreitet die HBW-Zweite ihr erstes Gruppenspiel gegen den Oberligisten SG Saulheim, um 13.45 Uhr ist Ligarivale TV Großsachsen der Gegner. In der zweiten Gruppe kreuzen die Drittligisten TV Hochdorf, SG Kronau/ Östringen sowie die HG Oftersheim/ Schwetzingen (BaWü-Oberliga) die Klingen. Hochkarätige Gegner und echte Gradmesser für den HBW 2. Nothdurft jedenfalls hofft „dass jeder Spieler seine individuelle Fehlerquote auf ein Normalmaß reduziert“. Nur so könne er im Hinblick auf die Punktspielrunde (erstes Spiel am 12. September in Horkheim) einen Leistungsvergleich zu den übrigen Drittliga-Teams veranschlagen.

Doch wie sollen diese individuellen Mängel abgestellt werden? „Noch mehr trainieren“, antwortet Nothdurft. Am Montag beziehen seine Jungs ein Trainingslager in der Landessportschule Albstadt, ehe die Vorbereitung am 28. August mit einem Turnier in Rimpar endet. Noch bleibt also Zeit.

 

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