Auch die Zeichnungen Gustav Klimts begeistern

ZAK-Kunstführungen mit Leben und Werk des bekannten Künstlers in der Stadthalle fortgesetzt

Balingen, 20.08.2010 von Klaus Irion

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Mit der Ausstellung zu Leben und Werk Gustav Klimts wurde am Mittwochabend der vierteilige Reigen der ZAK-Kunstführungen anlässlich des Balinger Kultursommers in der Stadthalle fortgesetzt.

Das Wetter spielte wieder mit. Auch beim dritten Abend der ZAK-Kunstführungen in Zusammenarbeit mit der Stadt Balingen, dem Stadtmarketingverein „Balingen aktiv“ und der Rosenfelder „Lehner-Brauerei“ durften die rund 160 Kunstinteressierten am Mittwochabend ihr Gläschen „Prosecco“ unter freiem Himmel genießen. Dass von Südwest noch einmal dunkle Wolken aufzogen, störte niemanden mehr, denn nach dem Sektempfang und den begrüßenden Worten von Oberbürgermeister Helmut Reitemann ging man zum wesentlichen Teil des Abends über, hinein in die „neue“ Stadthalle.

Charmant, detailliert und kurzweilig führten die beiden Kunsthistorikerinnen Sybille Setzler und Heidrun Bucher-Schlichtenberger zwei Gruppen durch die Ausstellung. Im Mittelpunkt der Ausführungen beider Expertinnen stand der Wandel der Kunst in Österreich am Fin de siècle. Weg vom Historismus, weg von allem was in der Kunst und der Architektur mit „Neo“ betitelt wurde. Hin zur Moderne, hin zu abstrakteren Ausdrucksformen in Sachen Malerei. Und mittendrin Gustav Klimt. Der Mann, der als junger Künstler Fotografien-gleiche Theater-Plakate und Porträts aufs Papier zauberte. Ganz im Sinne der adeligen Wiener Gesellschaft.

Dann aber kam der Bruch, „wurde die Kunst der Secessionisten von internationalen Einflüssen geprägt“, erläuterte Setzler. Die Traditionalisten distanzierten sich von den als „gemalte Pornografie“ erachteten Gemälden Klimts. Ein Journalist und Kritiker habe seinerzeit, so Bucher Schlichtenberger, das Zitat geprägt: „Der Kunst Gustav Klimts können nur drei Männer Herr werden: Ein Arzt und zwei Wärter“.

Eines jedenfalls wurde bei beiden Führungen am Mittwoch deutlich. Die Balinger „Klimt“-Ausstellung ist mitnichten eine vom „Beethovenfries“ dominierte Ausstellung, Klimts Zeichnungen sind keineswegs nur das schmückende Beiwerk. Das vermittelten Setzler und Bucher Schlichtenberger gleichermaßen. Und die Resonanz im Anschluss an die Führungen, das Verweilen der Gäste gerade auch an den Zeichnungen war sichtbarer Ausdruck der gelungenen Kombination aus Monumentalem und Kleinformatigem.

 

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Weitere Fotos unserer ZAK-Kunstführungen in Balingen finden Sie als Bildergalerie auf der Internethomepage des ZOLLERN-ALB-KURIERS unter www.zak.de.

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