Grüßende Berge und Schillers Papier

Dritte ZAK-Wanderung führte durch und um Laufen herum – Spannendes aus der Geschichte

Albstadt-Ebingen, 18.08.2010 von Holger Much

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Die dritte ZAK-Sommerwanderung führte rund 150 Wanderer durch und um Laufen herum. Man erfuhr Spannendes aus Natur- und Ortsgeschichte. Zum Schluss ließ man sich ein deftiges Vesper schmecken.

Es bleibt spannend: Die erste ZAK-Wanderung ging in sturzbachartigen Regenfällen unter und mußte vernünftigerweise abgesagt werden. Die zweite ZAK-Wanderung wurde von strahlendstem Sommerwetter geadelt. Und die ZAK-Sommerwanderung diesen Montag wartete mit leichtem, teils kaum spürbarem Nieselregen auf, der oft eher erfrischte als störte.

Wieder haben die Stadt Albstadt und der ZOLLERN-ALB-KURIER zur Erkundung der Heimat per pedes eingeladen und rund 150 wackere Wanderer warteten geschnürt und gegürtet auf dem Parkplatz bei der Laufener Festhalle, um sich von den beiden erfahrenen Fachleuten der Laufener Albvereins-Ortsgruppe, Walter Glück und Gustav Scholz, durch und um Laufen herum führen zu lassen.

Schön und abwechslungsreich bei dieser speziellen Tour: Nicht nur die teils wildromantische Natur um Laufen herum, auch Laufen selbst wurde durchwandert und die Besucher bekamen so manche interessante Information über das sanierungsbedürftige Laufener Rathaus, den neu gestalteten Postplatz oder die schöne Kirche, an der allerdings auch der Zahn der Zeigt nagt.

Auch über das Jahrhunderthochwasser 1895 wurde berichtet oder das für Laufen einschneidende Ereignis des Eisenbahnbaus. Besonders schön war die von Walter Glück erzählte Geschichte vom berühmten Verleger Cotta, der für die Veröffentlichung der Werke Friedrich Schillers nur ganz besonderes, qualitativ hochwertiges Papier verwenden wollte – und dabei, wie sollte es auch anders sein, auf das Papier der Laufener Papiermühle gestoßen ist. So las damals jeder, der sich Schillers unsterbliche Werke zu Gemüte führte, auf echtem Laufener Papier. Doch auch die Naturschönheiten rund um Albstadts am niedrigsten gelegene Gemeinde wurden gebührend gewürdigt. So wurden an geeigneter Stelle den Wanderern auch die ins Tal grüßenden Berge vorgestellt, der Gräbelesberg, der seit 1974 geologisch beobachtete Winkelgrat, die Schalksburg mit ihrer reichen Geschichte und der Heersberg. Vertreter der DRK-Bereitschaft sorgten auch diesmal durch ihr Beisein und wackeres Mitwandern wieder für Sicherheit im Fall der Fälle.

Wieder am Festhallenparkplatz angekommen, labte das freundliche Team der Stadtverwaltung die Hungrigen mit würziger Wurst, Brot, Senf, Äpfeln oder Bananen, während die flüssigen Köstlichkeiten von Imnauer Fürstenquelle, von Saft-Stingel aus Weilstetten sowie der Rosenfelder Lehner-Brauerei mit neuem „Zaki“-Bier den Durst stillten.

Am kommenden Montag, 23. August, führt um 17.30 Uhr Alb-Guide Fritz Lörcher vom Wanderparkplatz zwischen Nank und Schafbühl am Ortsausgang von Tailfingen zu erdgeschichtlichen Erlebnissen am Beispiel der Zollernalb. Fritz Lörcher, seit über 30 Jahren geologisch-paläontologischer Präparator, wartet mit einigen Überraschungen auf.

Angesles Enkelin

Liebe Leut'

via internet bin ich mal wieder da angekommen, wo ich in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts aufgewachsen bin, im Großraum Albstadt. Und da habe ich natürlich auch mit ganz besonderem Interesse den Bericht über die ZAK-Wanderung durch und um Laufen rum gelesen.

In und um Laufen rum, das war Omas (Angesle) Kolonialwarenladen auf der Mühlebruck mit dem (Eyach-)Kanal vor dem Haus, Onkel Wilhelms Haus daneben und das von Onkel Rudolph nur wenige hundert Meter entfernt.

Von Truchtelfingen aus sind wir, die Familie, damals immer mal wieder nach Laufen gewandert, wo's bei der Oma dann Pfannkuchen oder G'sälzbrot gab.

Die Oma haben wir auch wochentags immer wieder abends besucht, wenn der Vater den Materialaustausch zwischen den Näherei-Filialen in Dürrwangen bzw. Weilen u.d.R und dem Stammhaus der Firma in Tailfingen erledigte. Wir Kinder standen damals im rappel-voll beladenen Opel P4 oder Ford Taunus zwischen den Vordersitzen der Autos und der "War" (= die Ware = die Trikotagen) in unserem Rücken.

Die Papiermühle, die in einem anderen (Wander-)Bericht ebenfalls erwähnt wird und jetzt offenbar gänzlich verschwunden ist, ist mir ebenfalls noch in Erinnerung. Gibt's da tatsächlich 'nur noch' grüne Landschaft zu sehen, wie das eines der Photos zu vermitteln versucht?
Angesles Enkelin am 13.09.2010 21:47:08
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