Kompakt gegen die Bilanz

Oberliga-Derby: Die TSG Balingen spielt heute (18.30 Uhr) gegen Villingen

Balingen, 16.08.2010 von Ralph Conzelmann

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Heute Abend ist es soweit: Die TSG Balingen trifft im Oberliga-Derby auf den FC 08 Villingen. Das Prestigeduell wird um 18.30 Uhr angepfiffen. Eine große Kulisse sollte bei diesem Spiel garantiert sein.

Die Bilanz aus Balinger Sicht ist negativ: Von den bislang vier Oberliga-Duellen gegen Villingen verlor die TSG zwei – und zwar mit 0:3 und 0:4, jeweils in der vorigen Runde. Nur im Aufstiegsjahr 2008/2009 (2:1 und 0:0) blieben die Schützlinge von Trainer Karsten Maier gegen den Nachbarn ungeschlagen. Angesichts dieser Statistik ist klar, wer die Favoritenbürde trägt. Allerdings werfen Manuel Pflumm & Co. die Flinte nicht vorschnell ins Korn. „Wir wollen gewinnen“, stellt Maier fest – und Abteilungsleiter Uwe Haußmann ergänzt: „Vor bestimmt vielen Zuschauern wird unser Team alles geben, um ein positives Resultat zu erreichen.“

Die Partie entbehrt gewiss nicht einer gewissen Brisanz. Zum einen trennen die beiden Städte gerademal 50 Kilometer – zum anderen gab's selbst auf dem Transfermarkt Berührungspunkte. Schließlich wechselten im Sommer mit Karsten Scheu und Riccardo Spataro zwei Akteure aus Villingen nach Balingen; wobei: Spataro fällt mit einem Nasenbeinbruch mindestens bis Anfang September aus.

Weil zudem weiterhin Marco Daub, Volkan Candan und Jan Dehner nicht zur Verfügung stehen, dürfte Karsten Maier einen ähnlichen Kader wie in Durlach aufbieten. Selbst die Startelf könnte dieselbe wie im Karlsruher Osten sein, denn von den drei Einwechselspielern konnte sich keiner nachhaltig empfehlen.

Villingen kann auf eine eingespielte Achse bauen – gebildet aus den langjährigen „Nullachtern“ wie Jago Maric, Daniel Miletic, Tobias Bea, David D'Incau, Mario Maus oder Mario Ketterer. Zehn Abgängen standen im Sommer sechs Zugänge sowie sechs Spieler gegenüber, die aus der eigenen Jugend aufrückten.

Speziell im Angriff haben die Schwarzwälder vor der Runde nachgebessert. Mit dem durchsetzungsstarken Alexander Keil (FV Rottweil) und dem technisch beschlagenen Nedzad Plavci (FC Radolfzell), die in ihren Landesligen zusammen fast 60 Tore erzielten, verpflichteten die Verantwortlichen zwei viel versprechende Akteure. Auch der aus der eigenen Jugend kommende, 18-jährige Marcel Yahyaijan, sowie der gleichaltrige, technisch und läuferisch brillante Sebastian Lehn (FC Winterthur, zuvor FC Bayern München) wecken beim Anhang berechtigte Hoffnungen auf eine gute Spielzeit. Absoluter Routinier unter den Neuzugängen ist der 36-jährige Ex-Zweitliga-Profi Markus Knackmuß (FC Konstanz, zuvor SC Pfullendorf).

„Sie haben viele erfahrene Spieler und etliche junge Talente“, sagt der Balinger Trainer Karsten Maier über die Villinger. Ziel sei es, das eigene Spiel durchzuziehen, die klare Grundordnung beizubehalten uns als kompakte Einheit aufzutreten. „Zudem müssen wir das Zusammenspiel weiter verbessern“, fordert der Coach.

Mit Blick auf einen ordentlichen Saisonstart bezeichnet Maier den Auftaktsieg in Durlach als „ungemein wichtig“, doch hat er diese Partie längst abgehakt: „Nun wollen wir nachlegen“, stellt der 41-Jährige fest – und erklärt: Der Start bestehe schließlich nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Spielen. Und weil sich schon jetzt eine ganz enge Kiste in der Liga abzeichne, gelte es zu punkten. Immer. Und immer wieder.

 

Villingens neuer Trainer bringt geballte Profierfahrung mit

Prominenz auf der Bank: Mit Martin Braun engagierte der FC 08 Villingen einen namhaften Ex-Profi, der seit dieser Runde das Team coacht. Der 41-Jährige stammt aus Löffingen, spielte von 1990 bis 1995 beim SC Freiburg und anschließend beim 1. FC Köln, Rapid Wien und Karlsruher SC, ehe er die Karriere beim VfR Aalen auslaufen ließ. Braun bestritt 150 Erst- und 130 Zweitligaspiele.

Nach dem Abschluss eines Fernstudiums zum Diplom-Kaufmann (FH) war der heutige FC 08-Trainer als PR-Manager beim SC Freiburg tätig. Im Breisgau löste er 2007 seinen Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen auf. Danach war Martin Braun beim VfR Aalen als Geschäftsführer tätig und somit für den gesamten kaufmännischen und sportlichen Bereich verantwortlich.

In Villingen folgte der Ex-Profi auf die Interimstrainer Jago Maric und Arasch Yahyaijan, die allerdings beide nach wie vor beim Klub sind: Maric als Spieler, Yahyaijan als Co-Trainer. Das Duo hatte Mitte April wiederum den seit Juli 2008 tätigen Reiner Scheu abgelöst. Der Vater von TSG-Spieler Karsten Scheu war nach einer 0:7-Heimniederlage gegen Astoria Walldorf beurlaubt worden.

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