„Bambali“ erfreut, hilft, integriert

Simplice Tchoua organisiert zweites afrikanisches Festival auf dem Messegelände

Balingen, 12.08.2010 von Klaus Irion

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Kommende Woche steigt die Neuauflage des „Bambali-Afrika-Festivals“ (19. bis 22. August) auf dem Balinger Messegelände. Der ZOLLERN-ALB-KURIER sprach mit Cheforganisator Simplice Tchoua.

Für viele Deutsche war die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft aus sportlicher Sicht die reine Freude – auch trotz des verpassten Finals. Auch der Kameruner Simplice Tchoua ist zufrieden. Zufrieden darüber, dass die Befürchtungen, das Turnier würde von Gewalt und Chaos überschattet, sich nicht bewahrheitet haben. „Afrika hat sich der Welt sehr gut präsentiert.“ Ein Anliegen, das Tchoua auch persönlich umtreibt. Der 34-Jährige, der vor sieben Jahren nach Deutschland kam, steht dem Verein „Bamileke“ vor. Der Name entstammt einem großen Volksstamm in Kamerun.

„Unser Verein hat Mitglieder in ganz Deutschland“, erzählt Tchoua. Auch in Balingen, wo er bis vor einiger Zeit lebte – und das voller Zufriedenheit. „Die Menschen hier sind sehr aufgeschlossen.“ Außerdem habe er noch nirgendwo sonst in Deutschland erlebt, „dass ich nach der Anmeldung im Rathaus ein nettes Willkommenspaket bekommen habe“. Kein Wunder also, dass das erste „Bambali-Afrika-Festival“ vor einem Jahr in der Stadt an der Eyach auf die Beine gestellt wurde. Drei Tage lang feierten Afrikaner und Europäer auf dem Messegelände bei Musik, Tanz, afrikanischen Spezialitäten und einem afrikanischen Kunsthandwerkermarkt. Ergebnis: Die Verständigung über zwei Kontinente hinweg hat funktioniert. Und das Beste an der Sache. Der Erlös des ersten Bambali-Afrika-Festivals kam einem Krankenhaus-Hilfsprojekt in Kamerun zugute. Völkerverständigung, kultureller Genuss, Aufbauhilfe: Gründe genug in diesem Jahr das Bambali-Fest erneut aufs Messegelände zu bringen. „Wir wagen es, dieses Mal gar noch einen Tag früher zu beginnen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Ob bereits der Donnerstag (19. August) von den Festivalbesuchern gut angenommen werde, sei auch für die Veranstalter selbst eine spannende Frage.

Nichts wünscht sich Simplice Tchoua dieser Tage so sehr wie gutes Wetter an allen vier Tagen. Schließlich liegt hinter ihm und dem Verein ein ganzes Jahr an Vorbereitung. „Ich komme derzeit zu kaum noch etwas anderem“, erzählt der inzwischen von Balingen nach Ludwigshafen umgezogene Cheforganisator. Gelte es doch übers Internet, aber auch live vor Ort in Deutschland und in Frankreich Künstler auszusuchen, die dann in Balingen auf der Bühne stehen werden. „Wir sind auch nicht zuletzt dank der Erfahrungen der ersten Bambali-Veranstaltung in vielen Bereichen noch professioneller geworden.“ Und was den afrikanischen Kunsthandwerkermarkt betrifft, so legt der Cheforganisator höchsten Wert darauf, dass nur hochwertige, in Afrika produzierte Ware angeboten wird.

Eine gute Planung erleichtere Vieles. „Deshalb möchte ich auch möglichst bald ein Seminar für Eventmanagement absolvieren.“ Einstweilen aber ist er bereits jetzt mit ersten Bands für 2011 in Verhandlungen. Dann könnte das „Bambali“ vielleicht noch einen Schuss Südamerika hinzubekommen. Mit Verweis auf ihre afrikanischen Wurzeln hätten schon erste brasilianische Gruppen signalisiert, dass sie im kommenden Jahr gern auftreten würden. Wen wundert es, schließlich musste im März dieses Jahres bereits im zweiten Jahr nacheinander das Tübinger Festival „Afro-Brasil“ abgesagt werden. Die Organisatoren konnten sich auf keinen geeigneten Veranstaltungsort verständigen. Bis 2004 war jenes Festival auf dem Tübinger Rathausplatz angesiedelt. Anwohnerproteste aber machten dem Open Air dort den Garaus.

Dass damit ein potenzieller „Bambali“-Konkurrent entfällt, erfreut Tchoua überhaupt nicht. „Es können gar nicht genug Festivals dieser Art veranstaltet werden. Schließlich geht es auch darum, uns auf diese Weise hier zu integrieren.“ Wenn am Sonntag, 22. August, der letzte Vorhang gefallen ist, wird Tchoua erst einmal für kurze Zeit nach Kamerun reisen. „Dort kann ich dann wieder den Kopf freibekommen.“

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