Finaler Gradmesser
Kempa-Cup: HBW trifft in Sindelfingen auf Topteams
Balingen, 12.08.2010 von Reinhard Linder
Traditionell zählt das Turnier im Sindelfinger Glaspalast zu den besten in Deutschland. In diesem Jahr ist es den Organisatoren gelungen, den HSV Hamburg, Frisch Auf Göppingen und den Schweizer Spitzenklub TSV St. Otmar St. Gallen an Land zu ziehen, mit denen es der HBW in der Vorrunde zu tun haben wird. In der anderen Gruppe befinden sich die Rhein-Neckar Löwen, die HSG Wetzlar, der französische Vertreter USDK Dunkerque und der Zweitligist TV Bittenfeld.
Ihr Auftaktspiel bestreiten die Jungs von Dr. Rolf Brack am Freitag um 20 Uhr in Lenningen, am Samstag stehen die weiteren Begegnungen im Glaspalast auf dem Programm, in dem am Sonntag auch die Plätze ausgespielt werden. Mit den Hamburgern haben die Schwaben gleich einen dicken Brocken erwischt. Illusionen über einen Sieg gibt sich Brack nicht hin: „Das ist eine andere Liga. Ich denke nicht, dass wir für sie gefährden können. Aber wir wollen uns gegen diese Top-Mannschaft ordentlich aus der Affäre ziehen.“
Nicht anders lautet die Devise am Samstag gegen den Lokalrivalen aus Göppingen. In beiden Spielen sei es wichtig zu zeigen, dass es keinen gravierenden Klassenunterschied gebe. „Mit Cleverness und der HBW-Tugend Leidenschaft wollen wir versuchen möglichst gute Resultate zu erzielen“, so Brack. Nicht zu unterschätzen seien auch die Schweizer. Wenn es am Ende zum Spiel um Platz fünf reiche, „haben wir das Maximum erreicht“.
Zwei Tage Trainingspause hat der Sportwissenschaftler seinen Jungs gegönnt, um sich nach den harten Übungseinheiten der vergangenen Wochen etwas zu erholen. Damit hat er im Vorjahr gute Erfahrungen gemacht. Die ersten Vorbereitungsturniere habe die Mannschaft unter voller Belastung bestritten und habe dem Tribut zollen müssen. Vor dem Intersport Masters habe er etwas gedrosselt, herausgekommen sei ein unerwartetes Remis gegen Lemgo und am Ende der vierte Platz.
Trotz der geringeren Trainingsintensität in dieser Woche werden nicht alle Spieler im Vollbesitz ihrer Kräfte auflaufen können. Keeper Ivan Zoubkoff hat sich eine Bänderverletzung zugezogen und wird durch Paul Bar ersetzt, Regisseur Mare Hojc muss noch einige Monate pausieren. Und auch die weiteren Spielmacher sind nicht ganz fit: Benjamin Herth kann wegen einer Ellbogenverletzung vom Turnier in Altensteig kaum werfen, Junioren-Nationalspieler Felix König hat wegen der Junioren-EM die Vorbereitung verpasst und ist überdies leicht angeschlagen aus der Slowakei zurückgekommen. Sascha Ilitsch hat ein lädiertes Knie, bei Vlatko Mitkov zwickt der Fuß und Neuzugang Johan Boisedu war zuletzt in Frankreich, um seiner Frau bei der Geburt ihres Sohnes beizustehen. Auf jeden Fall mit dabei ist Linksaußen Klaus Schuldt, der in dieser Runde endgültig den Sprung von der zweiten in die erste Mannschaft schaffen soll: „Ich rechne mit ihm in dieser Saison“, versichert Brack.
Auch wenn die Voraussetzungen alles andere als optimal sind, fordert der HBW-Coach von seiner Mannschaft, dass sie sich voll engagiert: „Wir haben in der Vorbereitung gegen Wetzlar und Nettelstedt-Lübbecke, mit denen wir während der Runde auf Augenhöhe waren, kein Land gesehen.“ Mit guten Auftritten gegen Hamburg und Göppingen lasse sich dieses Bild korrigieren, wobei nicht das Resultat oder die Platzierung entscheidend seien: „Unsere Leistung ist der einzige Maßstab.
