Stuttgart für einen Tag

11.08.2010 von Klaus Irion

Vergangenen Sonntag weilte ich mal wieder in unser aller Landeshauptstadt und musste bei der Rückkehr nach Balingen wie bereits bei vorangegangenen Stuttgart-Besuchen feststellen, dass die Metropole am Neckar für mich persönlich jederzeit eine (kulturelle) Tagesreise Wert ist. Mehr aber auch nicht. Das liegt nicht an der Stadt an sich, die – was ihr Angebot, ihre Lage und ihre riesigen Grünzungen betrifft – keinen Vergleich mit anderen Großstädten zu scheuen braucht. Ganz im Gegenteil. Vielmehr daran, dass ich einfach kein Mensch bin, der es dauerhaft in einer Großstadt und schon gar nicht in ihrem unmittelbaren Umland aushalten würde. Dass ich damit nicht im Trend der neuen Urbanität liege, kann ich verschmerzen. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamts zeigen, dass fast ausschließlich Baden-Württembergs Großstädte und (universitäre) Ballungsräume noch ein Bevölkerungswachstum aufweisen. Der Zollernalbkreis dagegen hat im vergangenen Jahr um über 900 Einwohner verloren. Leider findet man hinter den nackten Zahlen selten Aussagen darüber, was zu diesem bevölkerungsmäßigen Aufblühen der Großstädte führt. Ist es die pure Lust an der kulturellen Vielfalt? Ist es die schlichte wirtschaftliche Notwendigkeit, die viele zum Großstadt-Zuzug zwingt? Einleuchtende Gründe gibt es sicherlich genug. Genauso wie es in einigen Jahren wieder eine „Zurück-aufs Land“-Bewegung geben wird. Da bin ich mir ganz sicher.

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