Start im Karlsruher Osten

Oberliga: TSG Balingen gastiert am Sonntag (15 Uhr) beim ASV Durlach

Balingen, 06.08.2010 von Ralph Conzelmann

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Die Pokal-Kür ist passé, nun folgt die Pflicht: Die TSG Balingen nimmt am Sonntag (Beginn 15 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim ASV Durlach bereits ihre dritte Saison in der Fußball-Oberliga in Angriff.

Die TSG Balingen startet im größten Karlsruher Stadtteil in die Oberliga-Saison 2010/2011. Durlach bietet in vielerlei Hinsicht Reize: Von hier stammt etwa die Miss Germany 2009, Doris Schmidts, auch der Turmberg soll nett anzuschauen sein – doch ob die Balinger Balltreter für die Schönheiten im Karlsruher Osten etwas übrig haben, darf bezweifelt werden. Schließlich geht es für den neuen Spielführer Manuel Pflumm und dessen Teamkollegen um nicht mehr und nicht weniger als einen guten Auftakt in die Runde 2010/2011.

Der Gegner ist, wie alle anderen in dieser Klasse auch, nicht von Pappe: ASV-Trainer Rainer Krieg kann nämlich auf eine eingespielte Elf bauen. Deren unumstrittener Dreh- und Angelpunkt ist der frühere türkische Profi Murat Cetinkaya, der zuletzt von den Fans des Karlsruher Stadtteilvereins folgerichtig zum „Spieler der Saison“ gewählt wurde. Der 28-jährige Filigrantechniker erzielte zehn seiner elf Saisontore in der abgelaufenen Rückrunde – und trug maßgeblich zum Klassenerhalt der Badener bei. Ihm zur Seite steht in der Offensive mit Ivica Dzijan ein Vollblutstürmer, der die gegnerischen Abwehrreihen mit seinen Finten gehörig aufzumischen vermag. Unterm Strich verfügt der Ex-KSC-Profi Krieg über eine spielerisch starke Mannschaft, die – zumal auf dem meist tiefen, heimischem Geläuf – aber auch ihre kämpferische Trümpfe in die Waagschale werfen wird.

Trotzdem: Die TSG Balingen sieht sich gewappnet. Zum einen verleiht dem Team und dessen Trainer Karsten Maier eine gut verlaufene Saisonvorbereitung eine gewisse Sicherheit. Zum anderen zeigte speziell in den jüngsten Pokalspielen die Formkurve nach oben: Dem 8:0 in Birkenhard ließen die Kreisstädter ein nicht minder souveränes 6:0 in Rangendingen folgen. „Wir haben ganz gut gespielt“, findet Maier, der seine Elf – mehr noch als in der Vergangenheit – dazu auffordert, „schnellstmöglich in Ballbesitz zu kommen und dann couragiert nach vorne zu spielen.“

Wichtig sei es, betont der Balinger Coach, dass seine Mannschaft „so schnell wie möglich den Fuß in die Runde“ setze – sprich: Schon in Durlach sollen Punkte her. Karsten Maier weiß: „Wir benötigen speziell am Anfang gute Ergebnisse.“ Dazu müssten seine Schützlinge „total kompakt“ agieren, und unabhängig vom jeweiligen Gegner „unser Spiel durchdrücken.“

Dem ASV bescheint der TSG-Übungsleiter eine große individuelle Klasse, ohne, dass er namentlich auf einzelne Durlacher Akteure eingehen möchte. Klar sei: Die Qualität der Hausherren gelte es im Kollektiv wettzumachen.

Wie die Startformation aussieht? „Es gibt personell einige Möglichkeiten“, äußert sich Karsten Maier eher zurückhaltend. Jeder Spieler müsse die sich bietende Chance „direkt nutzen“, also die gestellte Aufgabe mit Konzentration, Mumm und Courage erfüllen. Grundsätzlich seien alle froh, dass die Runde losgehe: „Wir brennen auf den Auftakt“, gewährt der Balinger Trainer einen Einblick in die positive Grundstimmung innerhalb des Teams.

Für Schlachtenbummler besteht auch in dieser Saison Mitfahrgelegenheit im Mannschaftsbus. Abfahrt nach Durlach: Am Sonntag, 11 Uhr (Au-Stadion).

 

Beim ASV kickte einst der Vater des Nationalelf-Managers

Der ASV Durlach ist ein rund 400 Mitglieder zählender Sportverein aus dem Karlsruher Stadtteil Durlach. 1902 als FC Germania gegründet, entstand im Jahr 1945 durch den Zusammenschluss mit weiteren Klubs der ASV. 1950 stieg der Verein in die 2. Oberliga Süd auf, in der Folgezeit spielte Durlach meist in der 1. und 2. Amateurliga – unter anderem mit Rolf Bierhoff, dem Vater des aktuellen Nationalmannschafts-Managers Oliver Bierhoff.

 

1993, 2005 und 2008 feierte der ASV die Meisterschaft in der Verbandsliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg. Zudem gewann Durlach vor zwei Jahren den badischen Pokalwettbewerb und scheiterte daraufhin im DFB-Pokal-Erstrundenspiel nur knapp an Arminia Bielefeld (Endstand 1:2).

 

Der Stadtteilklub trägt seine Heimspiele im 8000 Zuschauer fassenden Turmbergstadion aus. Noch mehr Fans als zugelassen strömten am 17. Mai 1948 in die Sportstätte, als 12 000 Besucher das Einweihungsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:5/davon vier Tore von Fritz Walter) verfolgten.

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