Balingen/Hechingen, 05.08.2010

„Das war ziemlich übel“

Bewährungsstrafe für den Vorsitzenden von „Children of the night“

Zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung und 2400 Euro Schadenersatz wegen Betrugs, Untreue und falscher Angaben unter Eid: So lautet das Urteil gegen den Vorsitzenden von „Children of the night“.

„Sie haben sich schlicht übernommen. Eine solche Veranstaltung war in ihrem Ausmaß für einen kleinen Verein nicht zu bewerkstelligen.“ Was der Vorsitzende Richter am Hechinger Landgericht, Ernst Wührl, meinte, war die „Nacht der Stars“, die der nun verurteilte gelernte Möbelverkäufer auf die Beine stellen wollte. Zugpferd hatte der frühere „Deutschland-sucht-den-Superstar-Sieger“ Mark Medlock sein sollen. Kurzzeitig war gar von Dieter Bohlen selbst als Stargast die Rede. Am Ende aber löste sich alles in Nichts auf. Statt Medlock und Bohlen hinterließ der abgesagte Event Frust bei allen Beteiligten.

Bis zum heutigen Tag gibt es noch Forderungen, die Höhe seiner „sicher erheblichen Schulden“ (Richter Wührl) konnte der Balinger vor Gericht nicht beziffern. „Das liegt aber auch daran, dass die entsprechenden Unterlagen noch bei der Staatsanwaltschaft sind“, erklärte sein Verteidiger. Er war es, der für seinen Mandanten erklärte, dass alle zur Last gelegten Einzeltaten so geschehen sind. Unter anderem diesem übermittelten Geständnis hatte es der Angeklagte zu verdanken, dass Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft sich vor Prozessbeginn auf eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren verständigt hatten. Für den geschiedenen zweifachen Familienvater hat auch gesprochen, dass er von den 25 060 Euro, die er aus dem Vereinsvermögen als Bargeld abgehoben hatte, inzwischen über 19 000 Euro hat rückfließen lassen. Weitere 7768 Euro waren abgebucht worden, um Miete, Nebenkosten und Rechtsanwaltskosten zu begleichen.

Richter Wührl unterstellte dem inzwischen selbstständig Tätigen nicht, den Verein von vorneherein gegründet zu haben, um über diesen Weg an Geld zu kommen. Immerhin aber sei der nicht vorbestrafte Vereinsvorsitzende bereits seit 2003 in finanziellen Schwierigkeiten gewesen. Bei einer eidesstattlichen Versicherung über sein verbleibendes Vermögen hatte er dann wissentlich und fälschlicherweise nur ein einziges eigenes Konto angegeben. Und spätestens bei der Großveranstaltung „Nacht der Stars“ habe er „billigend in Kauf genommen, dass er Geld schuldig bleiben wird, beziehungsweise ein Darlehen nicht wird zurückzahlen können“. Die Gesamtkosten für den abgeblasenen Großevent betrugen 96 652 Euro.

Wührl: „Was sie getan haben, hat sich in ihrem unmittelbaren Umfeld abgespielt und wird ihnen noch eine ganze Weile nachhängen.“ Der finanzielle Aspekt der Geschichte womöglich ein Leben lang. Gleichwohl hatte der Richter „keine Zweifel an einer guten Sozialprognose“.

Nicht betroffen von der Betrügerei war die damalige ZAK-Weihnachtsspendenaktion. Das Spendengeld, das mit dem Verkauf der Event-Eintrittskarten verbunden war, wurde vom nun Verurteilten korrekt weitergereicht. Der Betrag kam in vollem Umfang einem kleinen behinderten Jungen aus Albstadt zugute, der dafür einen speziell auf ihn eingestellten Autositz erhielt.

 

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Recht.

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von Offi-Flo am 05.08.2010 17:58:45

Antwort auf Mark Medlock - RAINBOW's END – Tour

Was ist denn das, ein Mark Medlock?
von Tarzoon am 08.08.2010 03:21:37

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