Rechnung für die Superstars

Vereinsvorsitzender steht morgen wegen Betrugs vor Gericht in Hechingen

Balingen/Hechingen, 03.08.2010 von Karl-Otto Müller

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Ein unangenehmes Erwachen folgt am morgigen Mittwoch für den Veranstalter der „Nacht der Superstars“ auf dem Balinger Messegelände. Die Nacht fiel aus, die Zahlungen ebenfalls.

Morgen hat sich der Vorsitzende des Balinger Vereins „Children of the night“ vor dem Schöffengericht des Hechinger Amtsgerichtes wegen Betrugs zu verantworten. Er soll private Rechnungen mit dem Griff in die Vereinskasse beglichen haben, schlussendlich blieben Rechnungen der geplanten, besser gesagt geplatzten Veranstaltung offen.

Mit Dieter Bohlens Superstars, wie Tobias Regener, anfangs gar mit Bohlen selbst, hoffte der kleine Verein in den Vorweihnachtstagen des Jahres 2007 ein 5000 Mann-Zelt füllen zu können. Nicht zuletzt baute er dabei auf die werbemäßige Unterstützung seines Medienpartners.

Der Kartenvorverkauf lief an, doch die peinlichen Änderungen ebenfalls: Schon bald vermeldete der Vereinsvorsitzende die Absage Dieter Bohlens – scheibchenweise wurde der Reigen der Superstars für die Nacht in Balingen immer kleiner . . . konsequenterweise brach auch der Kartenvorverkauf ein . . .

. . . bis quasi kurz vor dem eigentlichen Termin die komplette „Nacht der Superstars“ gestrichen wurde.

Mühsam hatte sich in den Folgewochen die Rückabwicklung des Kartenvorverkaufs gestaltet – in unseren Vorverkaufsstellen ausgegebene Karten wurden sofort rückerstattet. Fans, die über Vereinsmitglieder ihre Eintrittskarten erworben hatten, blieben, so war wochenlangen Beschwerden zu entnehmen, vielfach unberücksichtigt.

Denn aus der Vereinskasse waren nicht nur bereits aufgelaufene Forderungen, wie beispielsweise Zeltmiete oder Rundfunkwerbung, zu begleichen, wie die Ermittlungen ergaben, soll der Vereinsvorsitzende auch private Rechnungen über die Vereinskasse und eingesammelte Sponsorengelder bezahlt haben. Zudem offene Rechnungen eines ebenfalls im Frühjahr misslungenen Konzertabends in Balingen. Einzig die mit dem Verkauf der Eintrittskarten verbundene Spendenaktion zugunsten eines kleinen behinderten Jungens in Albstadt wurde als ZAK-Weihnachtsspendenaktion 2007 bis Jahresende komplett und korrekt abgewickelt, der behinderte Junge hat seinen individuell angepassten Autositz im vergangenen Jahr erhalten.

Trotz teilweiser Wiedergutmachung geht die Staatsanwaltschaft wohl von einem deutlich fünfstelligen Betrag aus, um den der Vereinsvorsitzende Fans und Lieferanten betrogen haben soll.

Die Verhandlung vor dem Hechinger Schöffengericht beginnt am morgigen Mittwoch, 8.30 Uhr.

 

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