Erhöhung unverhältnismäßig

Sparhaushalt: Steigende Kindergartengebühren stoßen auf Kritik

Albstadt-Ebingen, 31.07.2010 von Holger Much

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Dass im Rahmen der Sparmaßnahmen auch die Kindergartengebühren steigen, stößt immer mehr auf Kritik. Besonders die Erhöhung der U3-Betreuung um fast das Dreifache sorgt für Widerstand.

Die Erhöhung der Kindergartenbeiträge stößt nun auf Kritik bei vielen Eltern. Während die einen eine Erhöhung mit dem Hinweis auf auch generell gestiegene Lebenshaltungskosten rundweg ablehnen, differenzieren andere schon deutlicher:

„Grundsätzlich ist es für uns nachvollziehbar, dass die Gebühren aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung erhöht werden müssen“, räumt beispielsweise Nadine Thiel ein, die sich zusammen mit zehn weiteren Eltern des Kindergartens Margrethausen für eine vernünftige Modifizierung des Gemeinderatsbeschlusses einsetzen möchte. So seien die Erhöhungen für die Regelgruppen sicher durchaus einzusehen und mitzutragen. Doch eine Erhöhung um fast das Dreifache des bisherigen Betrages bei der U3-Betreuung sei schlicht unverhältnismäßig. Hier steigt der Beitrag von monatlich 73 Euro auf nun monatlich 200 Euro.

Sich darauf so rasch einzustellen, das sei fast nicht möglich. Bei knapp 130 Euro mehr an Kosten müsse sich manche teilzeitarbeitende Mutter durchaus überlegen, ob sich das Arbeiten für sie wirklich noch lohnt. Dann jedoch, betont Nadine Thiel, sei die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, wie sie die Stadtverwaltung gerade durch die Betreuung von Ein- bis Dreijährigen anstrebe, eben gerade nicht gewährleistet. Sondern das Gegenteil sei der Fall.

Bei der Einführung der Krippengruppen sei doch von vornherein klar gewesen, dass diese zu einem Elternbeitrag von 73 Euro nicht finanzierbar sind. Trotzdem, nennt Nadine Thiel die Fakten, seien vier Jahre die Beiträge nicht erhöht worden: „Hier wäre deshalb eine Erhöhung in langsamen Schritten angebracht gewesen, so dass wir Eltern eine Chance bekommen hätten, unsere monatlichen Belastungen an die neue Situation anzupassen. Im Moment stellt diese drastische Erhöhung uns vor ein finanzielles Problem“. Eine Mutter, die bisher mit einem „Minijob“ etwas dazuverdiente, hat daher bereits ihr Kind aus seiner U3-Gruppe herausgenommen, weil sie sich die Mehrbelastung nicht mehr leisten kann.

Auch widersprüchliche Regelungen geben den Eltern zu denken. So kostet eine Ganztagesbetreuung von 6.30 Uhr bis 17 Uhr 200 Euro (zuzüglich 50 Euro reines Essensgeld). Das sechs-Stunden-Model für Krippengruppen kosten (ohne Essen) ebenfalls 200 Euro.

Ein Lösungsansatz wäre, die (preiswerteren) U3-Regelgruppen für Zwei- bis Sechsjährige zu erweitern, was den Eltern mehr finanzielle Entlastung brächte. Gespräche diesbezüglich mit der Stadtverwaltung haben schon stattgefunden, die Bereitschaft der Verwaltung, die angesprochenen Punkte kritisch unter die Lupe zu nehmen sei durchaus spürbar gewesen, betont Nadine Thiel. Nun hoffen die Eltern auf offene Ohren und auf Kompromissbereitschaft seitens der Verwaltung und seitens des Gemeinderates.


Regelmäßige Anpassung besser

Albstadt spart an allen Ecken und Enden. Nicht einzelne „Sündenböcke“, versprach Oberbürgermeister Dr. Jürgen Gneveckow damals, sollten die Zeche für die kommunale Finanzmisere zahlen. Vielmehr sollte die Sparbelastung so gleichmäßig und fair, sowie so breit gefächert wie möglich verteilt werden.

Auch die Kindergartengebühren wurden angepackt und – nachdem jahrelang besonders von Seiten des Gemeinderates auf eine Erhöhung oder Anpassung an geltende Beitragsrichtlinien bewusst verzichtet worden war – erhöht. Gerade auch dies wird nun von Eltern kritisiert.

TAGESMUTTER!!!

Wir Tagesmütter übernehmen auch gerne die Betreuung!!!
Britta Frisch am 14.08.2010 19:03:22

Vergesst die Kinder nicht

Vergesst die Kinder nicht!

Aus pädagogischer und wissenschaftlicher Sicht ist eine altersgemischte Gruppevon 2-6 Jahren keine Alternative zur Krippenbetreuung.

Fünf (!) Jahrgänge in einer Gruppe mit nur 150% Personal und bis zu 27 Kindern
statt
200% Prozent in einer Krippengruppe in der "nur" 10 Kinder betreut werden in einerer Altersspanne von maximal 3 Jahrgängen.

Ich hoffe, dass die Verantwortlichen und die Elternschaft diese Überlegung fallen lassen.

Aus finazieller Sicht nachvollziehbar- zum Wohl des Kindes nicht vertretbar!
Kinderlobby am 01.08.2010 10:09:41

Kindergartengebüren

In anderen Ländern kostet die Kinderbetreung keinen Cent nur Albstadt muß mal wieder die Gebüren erhöhen als zu streichen. Es giebt auch Eltern wo sich diese Gebüren nicht mehr leisten können das sollte sich Herr
Oberbürgermeister Dr.Jürgen Gneveckow mal überlegen.
Mohr am 31.07.2010 20:03:37

Antwort auf Kindergartengebüren

Sozial und finaziell benachteiligte Familien haben die Möglichkeit (bestimmt auch in Albstadt) einen Antrag auf Kostenübernahme beim Jugendamt zu stellen.

Eine Gebührenerhöhung ist in ganz Baden-Württemberg die Regel und wird auch von den Trägerverbänden jährlich empfohlen.

Dazu muss man außerdem wissen, dass die Elternbeiträge nicht einmal 20 Prozent der tatsächlichen Kosten decken. Über 80 Prozent bezahlen die Albstädter Bürger bereits aus der kommunalen Kasse.
Numalangsam am 01.08.2010 10:01:03

Antwort auf Antwort auf Kindergartengebüren

Um vom Jugendamt Unterstützung zu bekommen, verdient man aber zu viel. Diese Grenzen sind so niedrig angesetzt, dass sich das Fragen nicht mal lohnt. Keine Sorge, wir haben uns erkundigt. Wir sind auch Eltern eines Kindes in dieser Gruppe. Und eine fast dreifache Erhöhung ist eine Frechheit!! Keine Sorge, wir haben uns erkundigt. Sonst wäre dieser Artikel sicher nicht erschienen. Laut Landeselternrat BW dürften die Herrschaften der Stadt keine kurzfristigen Riesensprünge machen. Für 6 Stunden, ohne Essen, sind 200 € viel Geld. Zumal die meisten Eltern ihre Kinder keine sechs Stunden in der Krippe haben.
Sandra am 02.08.2010 21:37:13

Antwort auf Antwort auf Kindergartengebüren

Sind Sie Eltern von einem Kind die diese Beitragserhöhung betrifft? Wenn nicht, dürften Sie sich auch nicht zu diesem Artikel äußern. Für eine Mutter, die nur halbtags zum Arbeiten kann und muss, ist die Beitragerhöhung um das fast 3-fache einfach zu hoch. Was bleibt dann noch zum Leben? Bleibt noch die Frage, ob das Jugendamt in Albstadt eine Kostenübernahme übernimmt, die Sie mir bestimmt beantworten können. Auch für Kinder, die nur halbtags betreut werden, soll ja die gleiche Regelung gelten. Ich stehe zu dem Leserbrief der betreffenden Eltern!!!
Rolf Kiesinger am 02.08.2010 19:50:50

Antwort auf Antwort auf Kindergartengebüren

Sind Sie Eltern von einem Kind die diese Beitragserhöhung betrifft? Wenn nicht, dürften Sie sich auch nicht zu diesem Artikel äußern. Für eine Mutter, die nur halbtags zum Arbeiten kann und muss, ist die Beitragerhöhung um das fast 3-fache einfach zu hoch. Was bleibt dann noch zum Leben? Bleibt noch die Frage, ob das Jugendamt in Albstadt eine Kostenübernahme übernimmt, die Sie mir bestimmt beantworten können. Auch für Kinder, die nur halbtags betreut werden, soll ja die gleiche Regelung gelten. Ich stehe zu dem Leserbrief der betreffenden Eltern!!!
Brigitte KIesinger am 02.08.2010 19:49:33
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