Wenn Blech auf Tasten trifft, sind die Zuschauer entzückt
Stettener „Blechgesellschaft“ und Harmonika-Orchester „Hows“ spielen für Renovierung von St. Mauritius
Stetten a.k.M., 29.07.2010 von Susanne Grimm
k. M. Die Stettener „Blechgesellschaft“ unter der Leitung von Markus Beck und das Harmonika-Orchester Weitenau-Schlächtenhausen „Hows“ von Jörg Burkhart versetzten mit ihren Darbietungen das Publikum in höchste Verzückung.
„Das hat mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken gejagt“, war das Fazit einer Besucherin. Sie brachte auf den Punkt, dass Gänsehautfeeling angesagt war, und das den ganzen Abend lang. War es zunächst das heimische Blechbläserquintett, das das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss, fand die Begeisterung beim Auftritt des Akkordeon-Orchesters aus dem Landkreis Lörrach keine Grenzen mehr. Eigentlich war das Konzert als Freiluftaufführung auf dem Mauritiusplatz geplant, doch witterungsbedingt musste es kurzfristig ins Haus der Begegnung verlegt werden. Obwohl der kleine Saal im HdB den Andrang kaum fasste und auch die Musiker wenig Platz hatten, tat das der überragenden musikalischen Leistung keinen Abbruch.
Die Blechbläser beherrschten souverän den ersten Teil des Abends. In ihren Stücken nahmen sie die Besucher mit auf eine Weltreise, gaben Einblicke in die West-Side-Story, ließen die Südstaaten Amerikas aufleuchten, machten einen Besuch in Böhmen und ließen schließlich am heißen Temperament Spaniens teilhaben. Das Publikum pfiff, johlte und applaudierte hingerissen und konnte sich nicht vorstellen, dass dies noch zu toppen war. Dann trat das Harmonika-Orchester unter der Leitung vom Stettener Jörg Burkhart auf und ließ alles vergessen, was man sich je unter Akkordeonmusik vorgestellt hatte. Absoluter Höhepunkt des Abends war das „Morricone-Special“ „Spiel mir das Lied vom Tod“, mit dem die „Hows“ die Tür zu ungeahnten Hörgenüssen weit aufstieß. Das i-Tüpfelchen waren die dazu passenden Szenen aus dem gleichnamigen Film, die auf einer Großleinwand im Hintergrund zu sehen waren.
Weitere bekannte Filmmelodien, darunter die „James-Bond-Concert-Suite“ mit der Musik aus vier James-Bond-Filmen oder der „Soul Bossa nova“ regten den musikalischen Appetit des Publikums an, mehr von dieser bemerkenswerten Akkordeontruppe zu hören. So spielten sie dann, fast ungläubig auf das außer Rand und Band geratene Publikum schauend, bis Dirigent Jörg Burkhart signalisierte, dass die Spieler am Rande der Erschöpfung seien. Zusammen mit den Blechbläsern setzten die Tastenkünstler mit „Smoke on the Water“ von „Deep Purple“ einen gloriosen Schlusspunkt. Der überschäumende Applaus machte mehr als deutlich, dass ein Nachfolgekonzert unbedingt erwünscht ist.
