Zweiter Anlauf mit neuen Akteuren

Firma „Juwi“ will Dotternhausener Holzpelletieranlage und Biomasse-Kraftwerk vollenden

Dotternhausen, 27.07.2010 von Klaus Irion

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Zweiter Anlauf in Sachen Holzpelletieranlage in Dotternhausen. Nach der Insolvenz der ursprünglichen Betreiber möchte nun ein Bioenergie-Unternehmen aus der Pfalz das Werk vollenden.

„Ich bin guter Dinge, dass es dieses Mal funktioniert“, sagt Dotternhausens Bürgermeisterin Monique Adrian. Gemeint ist der Neubau und Betrieb einer Holzpelletieranlage im Gewerbegebiet „Große Acker“, aber auch der Kauf und die Fertigstellung eines benachbarten Biomasse-Heizkraftwerks.

Rückblick: Fast auf den Tag genau vor drei Jahren bewilligt der Dotternhausener Gemeinderat den Bauantrag des Unternehmens „Holz und Energie GmbH“ auf Errichtung eines Biomasse-Heizkraftwerks. In den darauffolgenden Monaten wurde das Kraftwerk errichtet und war bereits zu rund 85 Prozent vollendet, als die Betreiber um die Jahreswende 2008/2009 in Schieflage gerieten und Insolvenz anmelden mussten. Im Januar dieses Jahres erklärte der Reutlinger Insolvenzverwalter Martin Wessner, man sei bei der Suche nach einem Nachfolger auf einem guten Weg. Er sollte Recht behalten, wie nun das Interesse des Bioenergie-Unternehmens „Juwi Bio GmbH“ aus dem pfälzischen Wörrstadt beweist. „Wir wollen in Dotternhausen einen Bioenergiehof bestehend aus einem Biobrennstoffwerk und einem Biomasse-Heizkraftwerk betreiben“, erklärte gestern „Juwi“-Pressereferentin Ricarda Schuller auf Nachfrage des ZOLLERN-ALB-KURIER. Beides würde in die bereits bestehenden Gebäude integriert. Das gesamte Gebäudeensemble besteht aus drei Hallen und dem Kraftwerkskomplex. Für die Fertigstellung der Gebäude will „Juwi“ laut Schuller wieder auf die Handwerker zurückgreifen, die vor der „Holz und Energie GmbH“-Insolvenz bereits auf der Baustelle tätig waren.

So weit, so zufriedenstellend für alle Seiten. Es gibt aber auch noch einen Knackpunkt, „der heute Abend in der Gemeinderatssitzung sicherlich noch verhandelt wird“ (Schuller). Es geht dabei um zwei Silos. Sie dienen als Zwischenlager für die angedachten 30 000 Tonnen Holzpellets, die „Juwi“ jährlich produzieren möchte. Einerseits ragen die geplanten Bauten einige Meter über die Baugrenze hinaus, was jedoch – so steht es in der Verwaltungsvorlage der Gemeinde Dotternhausen – über den Weg einer Befreiung genehmigt werden könnte. Bauchschmerzen bereiten Bürgermeisterin Adrian vielmehr die Silo-Höhen von jeweils 23,5 Metern. Erlaubt sind eigentlich höchstens 15 Meter. Und dann stünden sie auch noch sehr exponiert am Rande des Gewerbegebiets. „Das allererste, was man von Balingen kommend von unserer Gemeinde zu sehen bekäme, wären diese riesigen Silos“, sagt Adrian. „Jeder andere Standort wäre mir lieber.“ Die Verwaltung schlägt daher den Gemeinderäten und „Juwi“ einen Kompromiss vor: Anderer Silo-Standort gegen Befreiung von der Höhenbegrenzung.

Wichtig ist Adrian auch, dass die Anlage – das Heizkraftwerk soll Ende 2010, das Biobrennstoffwerk im zweiten Quartal 2011 den Betrieb aufnehmen – keine zusätzliche Geruchs- und Lärmbelästigung mit sich bringt. Wobei sie in diesem Punkt einschränkend darauf hinweist, „dass beispielsweise eine Klärschlammtrocknung als Alternative mit weit mehr Belästigung verbunden wäre“.

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