Eigenständigkeit verloren
Gemeinderat Stetten a.k.M. bestätigt Beschluss für Grundschule
Stetten a.k.M., 27.07.2010 von Susanne Grimm
Mit großer Mehrheit bestätigte der Gemeinderat einen Beschluss des alten Gremiums vom Februar 2009. Auf Antrag des Ortschaftsrats wurde gleichzeitig beschlossen, den Schulbezirk Frohnstetten für die Kinder aus Frohnstetten ab sofort aufzuheben.
So können die Frohnstettener Kinder und deren Eltern schon nach diesen Ferien wählen, wo sie künftig zur Schule gehen: In Stetten oder in Frohnstetten. Mit großer Mehrheit hatte der Frohnstetter Ortschaftsrat diesen Antrag in seiner jüngsten Sitzung gefasst, und damit möglicherweise selbst ein vorzeitiges Abwandern von Frohnstetter Schülern nach Stetten in die Wege geleitet.
Obwohl der Antrag zur Schulbezirksänderung aus dem Ortschaftsrat Frohnstetten kam, stimmten Ortsvorsteherin Margarete Bantle und Peter Greveler im Gemeinderat dagegen. Die Sache „Frohnstetter Grundschule“ war eigentlich schon abgehakt. Schon im Februar vergangenen Jahres hatte der frühere Gemeinderat beschlossen, die Frohnstetter Grundschule mit der Pensionierung des Schulleiters zum Ende des Schuljahres 2010/11 in eine Außenstelle des Stettener Schulzentrums umzuwandeln und damit deren Eigenständigkeit aufzuheben.
Das Schulamt selbst hatte zu dem Beschluss geraten, die Schule in eine Außenstelle umzuwandeln, um die Schule eines Tages wieder öffnen zu können, falls die Schülerzahlen wieder steigen sollten.
Von der Verwaltung wurden daraufhin die notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet und vom Staatlichen Schulamt auch bestätigt. Noch im März diesen Jahres wurde vom Schulamt erklärt, dass die Selbstständigkeit der Frohnstetter Grundschule ohne weitere Veranlassung der Gemeinde mit Ablauf des Schuljahres 2010/11 ende.
Vier Wochen später erhielt Bürgermeister Gregor Hipp einen Brief, in dem das selbe Amt feststellte, dass nach den dort vorliegenden Unterlagen der Frohnstetter Schulleiter erst zum Ende des Schuljahres 2011/12 in Ruhestand gehe, was unter Umständen Auswirkungen auf den Schließungstermin haben könnte. Diese merkwürdige Feststellung machte vermutlich bei dem einen oder anderen Zuhörer und manchen Gemeinderat ratlos, denn unwillkürlich fragte man sich, ob man im Schulamt nicht so genau weiß, wann denn die eigenen Leute in den Ruhestand gehen.
Die Folge dieses Briefs jedenfalls waren neuerliche Diskussionen und Streitgespräche. Emotionsgeladen und mit viel Entschiedenheit hatten sich in den Tagen vor der Sitzung sowohl Eltern als auch Schulleiter Gerhard Baier und der Frohnstetter Ortschaftsrat in seiner Sitzung um ein Hinauszögern des Schließungszeitpunktes der Grundschule bemüht. Dabei warfen sie der Gemeinde sogar vor, bewusst mit falschen Zahlen zu operieren, wogegen sich Hipp entschieden verwarte.
Zuvor hatte in der Fragestunde der Gemeinderatssitzung, bei der einige Frohnstetter Eltern anwesend waren, Anneliese Röttger um das Wort gebeten. Sie meinte unter anderem, „dass man dem Schulleiter in den Rücken falle und dass die Schülerzahlen in Frohnstetten ein Festhalten an der Schule rechtfertigen“.
Auch im Rat wurde noch einmal diskutiert und die Gemengelage von allen Seiten beleuchtet doch die Tendenz war erkennbar, am schon einmal gefällten Beschluss festzuhalten. Mit überwältigender Mehrheit erneuerte der Rat den Beschluss, die Eigenständigkeit der Grundschule Frohnstetten ab Ende des kommenden Schuljahres 2010/11aufzuheben und diese zur Außenstelle des Stettener Schulzentrums zu erklären.
