„Schlagzeug alleine ist langweilig, ich pfeife gerne dazu“

Schlagzeugerlegende Pete York und drei Musikerkollegen spielen zu Ehren von Jim Chapin in Frommern

Balingen-Frommern, 26.07.2010

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Dass ein Schlagzeug mehr kann als nur den Takt eines Liedes vorzugeben, bewiesen am Samstagabend vier professionelle Musiker, darunter der Weltklasse-Schlagzeuger Pete York in Frommern.

Im Rahmen der Geburtstagsfeier der Drum Coaching Schule bildete das Konzert den Höhepunkt der zweitätigen Feier. „Wir fühlen uns hier sauwohl“, kommentierte Schulleiter Jörg Bach das neue Gebäude, dass am Wochenende offiziell eingeweiht wurde. Zum 18-jährigen Bestehen und damit der Volljährigkeit der Schule hätte Bach gerne auch seinen Lehrer Jim Chapin eingeladen. Da dieser aber im vergangenen Jahr verstorben war, wurde die Feier indirekt zu seinen Ehren abgehalten. Chapin war es, der ihm damals ermutigt habe: „Boy go out and play and teach!“ So wurde vor dem Konzert eine Gedenktafel an den mentalen Gründer der Schule eingeweiht.

Mit einem Auftritt „stilistisch querbeet“ zeigte Claus Hessler, Lehrer an der Schule, eine Kostprobe seines Könnens. Das Stück mit dem Arbeitstitel „Garagensong“ steigerte sich im Verlauf zu einem starken Trommelwirbel und begeisterte die Zuhörer im ausverkauften Showzelt.

Der Amerikaner Dom Famularo, ebenfalls ehemaliger Schüler Chapins, bezeichnete die Feier als „incredible“ und „unbelievable“. Bach sei mit seiner Schule zu einem „Wellenmacher“ geworden, der Schüler, Eltern und Lehrer gleichfalls bewegte. Mit amüsanten Anekdoten über seine gemeinsame Zeit mit Chapin unterhielt er in lockerer, charmanter Art das Publikum, bevor er zu den Drumsticks griff. Mit einem Lächeln auf den Lippen legte er los und zeigte, welche unterschiedlichen Laute man Becken und Trommeln entlocken kann.

Matthias Philipzen und Rob Collomb entführten das Publikum auf Cajon und Gitarre und gelassenen Rhythmen in südlichere Gefilde. Mit ihrem Gesang begeisterte Heike Bach, bekannt auch als Sugar von „Sugar and the Candy Band“, die spontan für zwei Lieder auf die Bühne kam.

Auch der letzte Musiker des Abends, Pete York, wollte nicht von stimmlicher Begleitung lassen. „Schlagzeug allein ist etwas langweilig, ich pfeife gerne dazu“, warnte er die Zuhörer mit einem Augenzwinkern und startete mit der „Minimalversion“ des Songs „Keep on running“, bei dem er den Gesang übernahm und den Text stellenweise spontan an den Abend anpasste. Mit viel Witz streute er immer wieder Anekdoten aus seiner langjährigen Erfahrung im Musikgeschäft zwischen die dargebotenen Stücke und baute hin und wieder ein paar Tipps zum Schlauzeugspielen ein. So sollte das Publikum nicht nur Beifall klatschen, sondern auch selbst ein Teil des Konzerts werden. Bei dem Stück „Cute“ sollten die Zuschauer zu seiner „Big Band“ werden, indem sie die Melodie mitpfiffen. Als Zugabe fanden sich alle Musiker auf der Bühne ein, um dem Abend ein fulminantes Ende zu verpassen.

Renate Deregowski

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