Gedankenspiel: Nur eine Schule im Eyachtal?

Schulbericht: Kompaktes Zahlenwerk – Eventuelle Zusammenlegung nur angedeutet

Albstadt-Ebingen, 23.07.2010 von Dagmar Stuhrmann

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Rückläufige Schülerzahlen prägen den Schulbericht 2010, den die Stadt Albstadt gestern vorlegte. Es ist eine Bestandsaufnahme, bei der sich daraus ergebende denkbare Neuregelungen nur andeutet werden.

„Wir treffen heute keinerlei Entscheidung, beschließen keinerlei Weichenstellung für die künftige Schulstandortstruktur,“ verdeutlichte SPD-Fraktionschef Markus Dapp den Stellenwert der gestrigen Zur-Kenntnisnahme des Berichts durch den Gemeinderat. Es stimmt: Konkrete Beschlussvorschläge enthält der „Schulbericht 2010“ nicht. Aus gutem Grund: Man will dem, was im Zuge der umfassenden „Schulkonzeption 2020“ erarbeitet werden soll, die im zweiten Quartal 2011 auf den Tisch kommen wird und eine fundierte Diskussionsbasis liefern soll, nicht vorgreifen. „Deswegen,“ so Ingolf Palubitzki, Leiter des Amts für Familie, Bildung, Sport und Soziales, liefert der Schulbericht dieses Mal lediglich die Fortschreibung der Zahlen. Mit einer Ausnahme, die Grundschulen im Eyachtal betreffend. An den elf Albstädter Grundschulen ist die Schülerzahl in den vergangenen zehn Jahren um 31 Prozent von 2189 und 99 Klassen im Schuljahr 1999/2000 auf 1517 und 78 Klassen im Schuljahr 2009/2010 zurückgegangen. Die Entwicklung an den Grundschulen in Lautlingen, Laufen und Pfeffingen zeige, heißt es im Schulbericht, dass es „denkbar wäre, im gesamten Eyachtal nur noch einen Standort mit einer zweizügigen Grundschule zu führen“. Der Ortschaftsrat Burgfelden hat diese Aussage – die einzige zu einer eventuellen Neuregelung im Bericht – laut Palubitzki zum Anlass genommen, sich gegen diese angedeutete Variante auszusprechen. Als „suspekt“ bezeichnete Burgfeldens Ortsvorsteher Hubert Reinauer gestern ein solches Ansinnen. Außerdem wünscht sich das Stadtteilgremium, dass die Burgfelder Kinder in Pfeffingen eingeschult werden.

Die Stadtverwaltung präsentierte den „Schulbericht 2010“ vor dem Hintergrund schwindender Schülerzahlen: Bis 2030, so die Prognosen, sollen die Schülerzahlen im Land um rund ein Viertel sinken. Das Statistische Landesamt geht davon aus, dass es bis in zwanzig Jahren 435 000 weniger Schüler geben wird. Die Fortschreibung umfasst die Geburten bis 30. September 2009. Wie dem Schulbericht zu entnehmen ist, sind die Übergangsquoten in die Hauptschulen seit Jahren zugunsten der Realschulen und vor allem auch der Gymnasien rückläufig. Ab dem Schuljahr 2010/2011 haben Schüler und Eltern auch bei den Haupt- und Werkrealschulen freie Wahl. Die per Gesetz geregelten Schulbezirke fallen dann weg.

An den fünf Albstädter Hauptschulen hat sich die Zahl der Schüler im Zehn-Jahres-Vergleich um 36 Prozent reduziert. Die Lautlinger Ignaz-Demeter-Schule hat im Hauptschulbereich sogar einen Rückgang von 54 Prozent (im Vergleich zum Jahr 2000) zu verzeichnen – trotz der „Verstärkung“ durch die Pfeffinger Schüler.

Im Zehn-Jahres-Vergleich verlangsamt sich an den Schlossberg-Realschule der Rückgang leicht, die Lammerberg-Realschule büßt nur 5 Prozent ein. An den Gymnasien nehmen die Schülerzahlen zu. Das Gymnasium Ebingen werde sich zu einer dreizügigen Schule entwickeln, das Progymnasium Tailfingen bleibe zweizügig.

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