Betreuung für die Kleinsten
Kinderbetreuung in Albstadt wird schwieriger – Kinderzahl in Ebingen steigt
Albstadt-Ebingen, 23.07.2010 von Holger Much
Bis zum Jahr 2013 sollen in Baden-Württemberg 34 Prozent (in anderen Bundesländern sind es 35 Prozent) der Kinder zwischen ein bis drei Jahren („U3“) einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer entsprechenden Gruppe bekommen.
Umsetzen und bezahlen müssen dies die Kommunen, was immer mehr Probleme mit sich bringt. Allein eine Gruppe für zehn Kinder und zwei dafür notwendige Erzieherinnen kostet die Kommune rund 80.000 Euro im Jahr.
Bisher schaffte man es in Albstadt auf 185 Plätze, was etwa 17, 9 Prozent ausmacht – statt der bis 2013 geforderten 34 Prozent, was 350 U3-Plätze bedeuten würde. Es fehlt am Geld.
Auch die Erhöhung der Kindergartenbeiträge um zwei Punkte bringt hier nicht viel. Immer noch liegt der Beitrag für Albstädter Eltern damit ab September um ganze vier Punkte unter den empfohlenen Beitragssätzen, doch Klagen über die Erhöhung werden bereits laut. Bisher ist die Situation in Albstadt offenbar jedoch noch nicht wirklich kritisch, es existiere aber eine „kleine Warteliste“ für die Betreuung von Unter-Dreijährigen.
Immerhin sollen im neuen Kindergarten in der Gartenstraße, der voraussichtlich im Mai 2011 eröffnet werden kann, 17 neue U3-Plätze geschaffen werden. Auch im Katholischen Kindergarten in Lautlingen, dessen Umbau von der Stadt laut mehrheitlichem Gemeinderatsbeschluss von gestern Abend zu 85 Prozent (maximal 375.850 Euro) bezuschusst wird, entsteht eine Krippengruppe mit zehn Kindern, ebenso im Kindergarten in Burgfelden.
Was einerseits erfreulich ist, andererseits, was die Zahl der Kindergartenplätze in Ebingen anbelangt, zu Aufmerksamkeit zwingt, ist die Entwicklung der Kinderzahlen in Ebingen. Die steigt – total antizyklisch – nämlich momentan wieder an.
Ob dies nun einfach ein statistischer Ausrutscher ist oder doch ein erstaunlicher Trend der Ebinger, muß beobachtet werden – und dann müsste man mit der Schaffung weiterer Kindergartenplätze reagieren.
Ansonsten ist die Kindergartenlandschaft in Albstadt gut aufgestellt. Der Gemeinderat nahm dem Bericht über die 21. Fortschreibung des Kindergartenentwicklungsplanes zur Kenntnis. Juliane Gärtner (CDU) betonte ebenso wie Manuela Heider (Freie Wähler) die große Bedeutung der Erhöhung des Betreuungsangebotes, Heider und Susanne Feil (Grüne) sahen in einem ausreichenden Betreuungsangebot zudem einen wichtigen Standortfaktor. Marianne Roth lobte überdies die gute Abdeckung der Angebote zur Sprachförderung .
