Neubeginn nach der Schönheitskur
Das modernisierte badkap wird eingeweiht – Rabattreduzierung sorgt für Unmut
Albstadt-Ebingen, 22.07.2010 von Dagmar Stuhrmann
Die Albstädter Ferieninsel wird nach dem Umbau neu eröffnet. Ein umfangreiches Eröffnungsprogramm erwartet die Gäste. Am Sonntag ist ein großes Piratenfest für Kinder geplant. Das „angegraute“ Bad wurde auf einen modernen Standard gebracht, der es befähigt, im Wettbewerb mit anderen Bädern weiter zu bestehen. Dabei steht für Marcus Steinhart, Chef der g1-Bädergruppe, die am 1. Juli das badkap übernommen hat, fest: Diese „Schönheitskur“ für die Albstädter Freizeitoase wird nicht die letzte gewesen sein. Denn in der Konkurrenz zu anderen Bädern ist unaufhörliches Am-Ball-Bleiben und Optimieren des Angebots das Gebot der Stunde.
Das badkap-Vergnügen ist noch über das Wochenende zum „Kennenlerntarif“ zu haben. Erst am Montag, 26. Juli, endet die Übergangsregelung: Mit den äußerst günstigen Umbautarifen ist dann Schluss. Die Qualitätssteigerung – der badkap-Kunde bekommt mit einem neuen Relaxbecken, einem Kinderbecken mit Spielgeräten, zusätzlichen Liegeflächen im Badbereich, Panorama- und Salzsauna, einem komplett neu geschaffenen Ruheraum für 80 bis 100 Liegeplätzen in der Sauna und einem umfassenden Massage- und Wellnessangebot sowie einer erweiterten Gastronomie künftig wesentlich mehr für sein Geld – schlägt sich im neuen Eintrittspreis nieder.
Für die Tageskarte mussten Erwachsene vor der Modernisierung des Bades 8,50 Euro bezahlen. Künftig wird sie 11,90 Euro kosten. Wer aber nur drei Stunden bleiben will, bezahlt 7,90 Euro anstatt zuvor 8,50 Euro. Den neuen 3-Stunden-Tarif gab es vor dem Umbau noch nicht, ebenso wenig wie den neuen 5-Stunden-Tarif. „Angesichts der umfangreichen Aufwertung erscheint uns die Erhöhung bei den Tageskarten ausgewogen,“ sagt g1-Geschäftsführer Marcus Steinhart. Durch die 3- und 5-Stunden-Karten werde ein neues Angebot geschaffen, durch das der badkap-Besuch für viele Gäste trotz der Neuerungen in allen Bereichen sogar günstiger werde.
Das Wertkartensystem wird – im Gegensatz zu den anderen zehn g1-Bädern – im badkap beibehalten. „Damit entsprechen wir dem Wunsch unserer Gäste,“ sagt Marcus Steinhart. Offenbar gibt es „einige hundert“ badkap-Wertkarten-Besitzer, die in Vorkasse gegangen sind und eine Wertkarte über eine bestimmte Summe gekauft haben, weil sie damit bei jedem Besuch einen Rabatt auf den Eintrittspreis bekommen. Bisher erhielten Wertkartenbesitzer 20 Prozent Rabatt, wenn sie eine 250-Euro-Wertkarte kauften. Künftig wird im Zuge der Tarifumstellung auch das Wertkartensystem neu gestaffelt: Dann gibt es nur noch maximal 15 Prozent (bei einer 500-Euro-Wertkarte). Beim Kauf einer 250-Euro-Wertkarte werden zwölf Prozent Rabatt auf den Einzeleintritt gewährt, bei einer 100-Euro-Wertkarte acht Prozent. Man muss also mehr vorstrecken als bisher, um in den Genuss des höchstmöglichen Rabatts, der dabei aber niedriger angesetzt ist als bisher, zu kommen.
Diese Rabattreduzierung sorgt bei einigen badkap-Saunagästen für Unmut. Sie sehen in den neuen Wertkartentarifen eine Verletzung des Vertragsrechts. Ihr Vorwurf: Die Albstadtwerke als Eigentümer des Bades hätten beim Vertragsabschluss mit dem Pächter die Belange der Wertkartenbesitzer nicht vertreten und „die Rabattgewährung bis zum Aufbrauch des jeweiligen Guthabens für die Kunden nicht gesichert“, heißt es in einem Schreiben an die Betriebsleitung des badkaps. Der „alte“ Rabatt von 20 Prozent müsse solange gewährt werden, bis das erworbene Gutachten aufgebraucht sei.
„Genau das ist gewährleistet,“ sagt Marcus Steinhart. „Die Wertkartenbesitzer haben bis zum 26. Juli, wenn die Kassen umgestellt werden, die Möglichkeit, mit dem Restguthaben der Wertkarten Einzeleintrittskarten zu den bisherigen Bedingungen herauszulassen.“ Auf diese Weise profitiere der Wertkartenbesitzer sogar doppelt, weil er mit den höher rabattierten Karten künftig das bessere Angebot nutzen kann. Mit den Verbesserungen im badkap werde eine neue gerechtere Tarifstruktur eingeführt, die in manchen Bereichen für den Gast günstiger – in anderen aber auch teurer werde. Steinhart: „Die Preise sind im Verhältnis zu vergleichbaren Bädern moderat.“
