Anwohner haben Hoffnung
Grünes Licht vom Gemeinderat: Erzinger Weg wird zur verkehrsberuhigten Zone
Balingen-Endingen, 22.07.2010 von Zora Bombach
Die Entscheidung des Endinger Ortschaftsrates am 12. Juli war eindeutig: Unisono stimmten sie für den Bebauungsplan des Erzinger Weges. Mit sechs Gegenstimmen und sieben Enthaltungen gab am Dienstag auch der Gemeinderat grünes Licht.
Familie Pfefferle, die seit Jahrzehnten in der Straße lebt, atmet auf. „Das 30 km/h-Schild hat nichts gebracht“, erklären sie. „Wir kamen kaum zum Hof raus, dauernd raste irgendein Auto vorbei“, erzählen sie. Sie finden die Entscheidung der Stadträte sehr gut und hoffen, dass der Verkehr auf dem bisher als Schleichweg für Endinger und Roßwanger bekannten Sträßchen abnimmt.
Obwohl die Entscheidung des Ortschaftssrates Endingen so eindeutig ausgefallen war, hatten doch einige Gemeinderäte Zweifel an dieser Lösung. Klaus Hahn (CDU) merkte an, dass diese Straße der sicherste Weg für all die Roßwanger sei, die auf die B 27 einbiegen wollen. „Für Außenstehende ist die Umwandlung in einen verkehrsberuhigten Bereich nicht nachvollziehbar“, stellte er fest. Auch Erhard Kappe (CDU) bevorzugte nach wie vor die bestehende 30er Zone. „Mit Schrittgeschwindigkeit durchfahren zu müssen, ist fast schon unzumutbar. Meiner Meinung nach auch für die Anwohner“, erklärte er.
Doch gerade die hatten einen Ausbau und eine Verkehrsberuhigung schon lange gefordert. Auch die Verwaltung stellt dies in ihrer Begründung für den Bebauungsplan fest. „Trotz der Ausweisung als Tempo-30-Zone . . . hat der Schleichwegeverkehr nur geringfügig abgenommen“ heißt es darin. Außerdem sei der Erzinger Weg in „miserablen Zustand und bedarf der dringenden Sanierung“. Die wird bereits nach den Handwerkerferien in Angriff genommen. Die Fahrbahn wird von der B 27-Einmündung bis nach der Grundstückszufahrt von Ärztehaus und Apotheke auf dreieinhalb Meter verengt und auf dieser Strecke in eine Einbahnstraße verwandelt, die die Weiterfahrt Richtung Endingen unterbindet. Die B 27 in Richtung Schömberg erhält außerdem eine Linksabbiegespur.
Der Rest des Erzinger Wegs bleibt aus beiden Richtungen befahrbar. Für 275 000 Euro wird die Straße ausgebaut, der Kanal wird repariert, eine Fremdwasserleitung installiert. Außerdem werden zukünftig acht Straßenlampen den Weg ausleuchten. Oberbürgermeister Helmut Reitemann und Endingens Ortsvorsteher waren sich einig: Für die Stadt wie auch für die Anwohner sei das „eine sehr günstige Lösung“.
