Alarmsysteme werden installiert
Gemeinderat stärkt Gefahrenabwehr an allen Schulen – Skepsis bei Klassenzimmer-Schließanlage
Balingen, 21.07.2010 von Klaus Irion
Einig waren sich die Gemeinderäte bei ihrer gestrigen Sitzung in der Engstlatter Turn- und Festhalle, dass es dringend notwendig sei, dass sämtliche Schulen im Ernstfall sofort über eine Lautsprecheranlage alle Klassen informieren können. „Wir begrüßen diesen Schritt in die richtige Richtung“, erklärte Dr. Bernhard Rewes (CDU). Auch sein Fraktionskollege Klaus Hahn fand es „bitter nötig, die Alarmierung zu modernisieren“. Es sei „ein Standard, den wir einfach in allen Schulen erreichen müssen“, so Angela Godawa (SPD).
Die Stadt rechnet in diesem Zusammenhang mit Kosten von rund 200 000 Euro, abzüglich 41 000 Euro, die das Land wohl zuschießt. Darin enthalten sind aber noch nicht die Kosten für die Erneuerung der laut dem FWV-Stadtrat und ehemaligem Rektor, Werner Jessen, „über 40 Jahre alten und anfälligen Sprechanlage im Gymnasium“. Kostenpunkt: Weitere 150 000 Euro. Hier kamen dann doch auch kritische Stimmen. War die Erneuerung an sich Konsens im Gremium, gab Ulrich Teufel (SPD) doch zu bedenken, „dass die angedachte Einzelraum-Ansprechbarkeit doch etwas übertrieben ist“. Auch Dr. Dietmar Foth (FDP) fragte: „Muss es solch eine luxuriöse Anlage sein?“
Derzeit überhaupt nicht sein muss nach Ansicht einer Ratsmehrheit, die Umrüstung der Klassenzimmertüren auf Schließsysteme. „Das ist im Schulalltag eine ganz schwierige Geschichte“, mahnte Stadtrat Hahn. Ratskollege Jessen sah „dem Missbrauch und Unfug durch Schüler“ im wahrsten Sinn des Wortes Tür und Tor geöffnet. Jedes Klassenzimmer abschließen zu können, reiche völlig aus. Jessen wollte vom Schulträger stattdessen lieber geklärt wissen, „dass auch alle Nebengebäude und Sportplätze auf den Schulgeländen in die Alarmierung miteinbezogen werden können“. Ebenfalls wohl erst einmal nicht weiter verfolgt werden, soll die Anschaffung eines elektronischen Informationssystems. Stadtrat Foth hatte die Summe von rund 7000 Euro für die Anschaffung und 500 Euro pro Monat laufende Kosten als nicht angemessen erachtet.
Letztlich beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Ausstattung aller Schulen mit Gefahrenmeldeanlagen. Die Erneuerung der elektroakustischen Anlage im Gymnasium wurde mit dem Vermerk „mit hoher Priorität in den kommenden Jahren durchzuführen“ versehen. Was diese Anlage alles können sollte, soll in weiteren Gesprächen und Diskussionen des Gemeinderats näher erörtert werden.
