Im „Siebten Himmel“ über den Albtrauf
Ein nichtalltäglicher Heiratsantrag im Ballonkorb in luftigen Höhen über dem Plettenberg
Dotternhausen, 21.07.2010 von Rolf Bitzer
Ein lauer Sommerabend, traumhaftes Wetter auch für eine Ballonfahrt über die Alb. Kurz nach 19 Uhr startete beim Ballonzentrum der Hohenzollerischen Ballonfahrer in Albstadt-Pfeffingen der blau-weiß-rote TuWass-Ballon und nach wenigen Minuten konnte die Passagiere eine herrliche Fernsicht genießen.
Die Ruhe im Korb wurde nur unterbrochen durch das Geräusch des Brenners und einzelne Funksprüche, darunter auch die Frage des Piloten eines Kleinflugzeugs, der sich nach Position und Höhe des Ballons erkundigte. Warum dies, wussten zu dieser Zeit der nur Ballonpilot und ein junger Mann aus Immendingen, der seine Freundin zu einer „zukunftsträchtigen“ Ballonfahrt eingeladen hatte. Denn Albert Keller wollte seiner aus Fützen bei Blumberg stammenden Freundin Tanja Happle nicht nur den Logenplatz am Himmel zeigen, in luftigen Höhen wollte er die 30-jährige auch mit einer ganz persönlichen Frage konfrontieren.
Um was es konkret ging, konnten nicht nur die Insassen des Ballons sehen, sondern auch vom Boden aus war es je nach Standort noch deutlich zu lesen. Das kleine Flugzeug, das über den Balinger Bergen um den Ballon kreiste, zog ein langes gelbes Banner hinter sich her. Darauf keine Werbung, sondern ein rotes Herz und die Frage in großen Buchstaben „Willst Du mich heiraten?“. In mehreren hundert Metern Höhe über den Plettenberg schwebend gab es für die Umworbene zumindest räumlich kein „Entkommen“. Dafür gab es auch keinen Grund, wie sich alle Mitfahrer überzeugen konnten, denn mit einem Ja blieb die erhoffte Reaktion auf den nicht alltäglichen Heiratsantrag nicht aus.
Albert Keller war überglücklich. Seit längerer Zeit hatte er seine luftige Aktion geplant, mußte dabei aber doch das ein oder andere Hindernis überwinden. Das Banner fand er übers Internet, Pilot und Schleppflugzeug in Überlingen und die Ballonfahrer in Albstadt. Schließlich gelang es ihm auch noch, seine Freundin zu einer Ballonfahrt zu überreden. Mehrmals machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Und als am vergangenen Sonntag endlich als klar schien, gab es eine bürokratische Hürde. Vom Regierungspräsidium Freiburg war kurzfristig keine Genehmigung für einen sonntäglichen Bannerschlepp am Flugzeug zu erhalten. Einsicht hatte man bei den Tübinger Luftfahrtbehörden. Dem heiratswilligen Badener aus Immendingen blieb keine Wahl, er konnte seinen Antrag nur am württembergischen Himmel an die Frau bringen. Statt dem Start in Tuttlingen wurde eine Fahrt von Albstadt aus geplant.
Am Sonntag, gegen 20 Uhr über dem Plettenberg, war es soweit. Tanja Happle, von der Aktion total überrascht, hatte bei ihrer Ballonfahrt an alles gedacht, nur nicht an eine bevorstehende Hochzeit. Ein Termin für das im Badischen stattfindende Fest steht noch nicht fest.
