Mit „TEZ“ auf dem richtigem Weg
Mappus bei Groz-Beckert – Dr. Lindner kündigt Pläne für Betriebskindergarten und -schule an
Albstadt-Ebingen, 17.07.2010 von Dagmar Stuhrmann
Rund 300 geladene Gäste lauschten gestern Abend im Atrium, dem lichtdurchfluteten Innenraum des Technologie- und Entwicklungszentrums, kurz „TEZ“, dem, was Mappus zu sagen hatte: „Wir wissen, dass die Firma Groz-Beckert mit ihrem neuen Technologie- und Entwicklungszentrum hier in Albstadt die Zukunft der Textilbranche mitgestalten und mitbestimmen wird,“ sagte er. Es seien Investitionen wie diese, die ihn zuversichtlich in die wirtschaftliche Zukunft des Landes blicken ließen. „Sie haben mit dem Bau dieses neuen Zentrums nicht nur in die Zukunft Ihres Unternehmens investiert. Sie haben auch ein Signal der Heimatverbundenheit und ein Bekenntnis zum Standort Baden-Württemberg abgegeben.“
Dass Baden-Württemberg seit Jahren zu den innovativsten Regionen Europas zählt, sei das Ergebnis eines fruchtbaren Zusammenwirkens von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Groz-Beckert gehe mit dem Technologie- und Entwicklungszentrum den richtigen Weg. Es sei eine „mutige Entscheidung zu einem mutigen Zeitpunkt“ gewesen, sagte Mappus, der auch den Stellenwert der Bildung heraushob und versicherte, bei „Kindern und Bildung“ werde man „nicht sparen“.
Nach dem Cocktailempfang und vor der Vorspeise trat Groz-Beckert-Geschäftsführer Dr. Thomas Lindner ans Rednerpult und skizzierte den „spannenden Weg“, den das „TEZ“ genommen hat. Mehr als 70 Millionen Euro hat Groz-Beckert in schwierigen Zeiten in dieses Projekt investiert. Warum? Der Bau des „TEZ“ sei die „logische Konsequenz“ aus verschiedenen Entwicklungen. Innovation, Kompetenz und Partnerschaftlichkeit seien die Säulen, die dieses Konzept tragen. Das „TEZ“ nütze die günstigen Rahmenbedingungen – u.a. die Tatsache, dass es in dieser Region nach wie vor ein erhebliches Wissen zum Thema „Textil“ gebe – und stelle zusätzlich bereit, was innovative Produktentwicklung benötige: modernste Messtechnik, High-Tech-Labore und ein eigenes Technikum für jeden Unternehmensbereich. Innovation sei, so Dr. Lindner, aber auch ein in die Zukunft gerichteter Prozess mit erheblichen Risiken. „Deshalb brauchen wir ein Klima der Langfristigkeit und Verlässlichkeit.“ Dafür stehe ein familiengeführtes Unternehmen wie Groz-Beckert. Der langfristige Vorteil liege in der starken regionalen Verwurzelung. „Meine Fehlentscheidungen am Morgen eines Arbeitstages,“ sagte Dr. Lindner, „bekommt meine Frau nachmittags beim Metzger zu spüren.“ Deshalb bemühe sich ein Familienunternehmer sich, sich „anständig und korrekt zu verhalten.“
Unternehmen seien auf eine exzellente Bildungslandschaft angewiesen. „Qualifizierte Bildung ist für uns eine Überlebensfrage.“ Gleichzeitig beobachtet Dr. Lindner eine zunehmend geringere Ausbildungsfähigkeit bei jungen Menschen, eklatante Schwächen beim Lesen, Schreiben und Rechnen und zunehmend fehlende soziale Kompetenzen. Die Ursachen würden meist im frühen Kindesalter abgelegt. „Mit einem Angebot zur qualifizierten Ganztagesbetreuung von Kindern ab 6 Monate bis 14 Jahre, in einer späteren Ausbaustufe ergänzt um ein Grundschulangebot, werden wir in naher Zukunft diesem Problem zumindest in unserem kleinen Unternehmensmikrokosmos begegnen,“ kündigte Dr. Lindner die Gründung eines Betriebskindergartens bzw. einer Groz-Beckert-Grundschule an. Auch zwei neue Kooperationen stehen ins Haus: zum einen mit der North Carolina State University – dabei geht's um ein Austauschprogramm für Studenten und Lehrkräfte der hiesigen Hochschule, das von Groz-Beckert gesponsert wird. Außerdem strebt Groz-Beckert eine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Textilverband und der Schweizerischen Textilfachschule an.
