Albstadt lebt von der Vielfalt der Stadtteile

Friedrich Pommerencke: Tailfingen muß mit seinen unverwechselbaren Pfunden wuchern

Albstadt-Tailfingen, 15.07.2010 von Holger Much

Anzeige
Kaum ein Zweiter setzte und setzt sich so für „sein Tailfingen“ ein wie Friedrich Pommerencke. Er sieht die Talgangmetropole als wichtigen Faktor im bunten Albstadt-Mosaik. Und er sagt: „Tailfingen hat viele wunderbare Stärken“.

Mit Friedrich Pommerencke über Tailfingen zu diskutieren ist wie Eulen nach Athen zu tragen. Wenige haben sich so eindringlich und kreativ für „ihr“ Tailfingen eingesetzt wie der Stadtrat, frühere GHV-Vorsitzende und Albstadtmäusles-Erfinder. Tailfingen liegt ihm am Herzen.

Dennoch – oder gerade deshalb – mag „Pommi“ keine puren Negativäußerungen mehr hören, in Tailfingen mache man „nichts“, oder gar trübe Verallgemeinerungen, im Talgang sei sowieso alles schlecht. Bei Kaffee und Kuchen über Dächern der „grünen Stadt“ wie Friedrich Pommerencke lobt, erörtern der Autor dieses Artikels und der Gartenbesitzer mit Visionen die Lage, die Stärken und Chancen Tailfingens.

Was gesamtwirtschaftlich auch in Tailfingen passiere, schlägt Friedrich Pommerencke gleich zu Anfang den großen Bogen, werde nicht in Albstadt, nicht in Baden-Württemberg - das werde von der Weltwirtschaft entschieden. Daher müsse man sich darauf besinnen, was man vor Ort anpacken und verändern könne. Und für ihn heißt das: „Pro Albstadt“ denken. Und Albstadt, das sei zwar auch, aber eben nicht nur Ebingen. Aber eben auch Tailfingen, Truchtelfingen, Onstmettingen, Burgfelden, Pfeffingen, Margrethausen, Lautlingen und Laufen. Albstadt lebe, erläutert Pommerencke, aus der Vielfalt seiner Stadtteile, die gemeinsam eine Einheit bildeten. So sei die Ebinger Innenstadtsanierung oder der Bau des Tunnels ein Gewinn für Gesamtalbstadt. Dennoch sei Fakt: Nun müsse verstärktes Augenmerk auf Tailfingen gelegt werden.

Vergessen, betont Friedrich Pommerencke, dürfe man bei der Betrachtung des Talgangs nicht, was hier in Tailfingen in den vergangenen 25 Jahren schon geschehen und investiert wurde (siehe extra Kasten): „Man kann doch nicht nur die letzten zwei Jahre betrachten und dann sagen, es sei nichts passiert“. Jene positiven Aspekte, fordert Friedrich Pommerencke, müssten eher betont und selbstbewusst und stolz ins rechte Licht gerückt als unter den Teppich gekehrt werden.

Ein Paradebeispiel dafür, wie individuelle Stärken von Stadtteilen dem Gesamtpaket „Albstadt“ zu mehr innerem Reichtum verhelfen können, ist für ihn der von ihm selbst einst mitinitiierte Tailfinger Markt am Freitag. Dieser lockt nämlich begeisterte Kunden aus ganz Albstadt und darüber hinaus an die bunten Stände rund ums Bächle – die Tailfinger inclusive. Doch diese Heimattreue, kritisiert Friedrich Pommerencke offen, sei auch nicht immer der Fall: „Wenn ich am Wochenende einen Tailfinger treffen will, brauche ich nicht in die Gastronomie vor Ort gehen – sondern muß 40 oder 50 Kilometer weit weg. Und ein Pullover ist nicht nur dann toll, wenn ich ihn in Stuttgart oder München gekauft habe“. Man müsse die heimischen Geschäfte unterstützen, fordert Friedrich Pommerencke, Tailfingen brauche dringend die Binnenwirtschaft: „Und wir haben so tolle Geschäfte in Tailfingen“. Ähnliche Anziehungspunkte wie der Markt wären noch zu kreieren, überlegt er und formuliert die Idee eines großen Müller-Marktes im AC-Kaufpark. Auch die seit der Sanierung der Ortsdurchfahrt sich weiter entwickelnde Achse Ebingen-Truchtelfingen-Tailfingen-Onstmettingen sieht Friedrich Pommerencke als Element mit Potenzial: Die „Albstadt-Achse“ als Rückgrat des „neuen Albstadt“: „Albstadt wächst auf dieser Achse zusammen; da liegt Tailfingen/Truchtelfingen sogar im Zentrum. Auch hier sehe ich, im Gegensatz zu den Pessimisten, gute Chancen für die Zukunft.“

Dass sich in der aktuellen Lage viele neue Geschäfte gründen, davon sei nicht auszugehen: „Wir müssen mit Einfallsreichtum, Service und Freundlichkeiten zur attraktiven Einkaufsstadt der kurzen Wege werden. Alle – Geschäftsleute, Stadtverwaltung, Bürger, – müssen in einen kreativen Kommunikationsprozess eintreten, müssen miteinander reden und mit den Pfunden, die wir haben, wuchern. Zudem darf die Talgang-Trasse nicht entwidmet werden.“

 

Pluspunkte für Tailfingen: Pommi sieht „sein“ Tailfingen auch in positivem Licht

Die Tailfinger Innenstadt wurde vor 25 Jahren, nach dem Erdbeben, unter OB Hans Pfarr völlig neu gestaltet, zählt Friedrich Pommerencke auf: „Neu gestaltete wurde auch die Ortsdurchfahrt Truchtelfingen / Tailfingen / Onstmettingen. Der Tailfinger Markt gilt albstadtweit und darüber hinaus als Attraktion. Das Tailfinger Rathaus wurde saniert, mit Bürgerbüro und Polizeiposten. Das Metagebäude wurde abgerissen, hier wurde das Seniorenzentrum gebaut. Tailfingen hat mit dem Thalia Albstadts einziges Theater. Die sanierte Zollern-Alb-Halle samt Foyer ist ebenfalls ein Anziehungspunkt. Die Bücherei beim Uhlandsgarten samt Notariat und Dependance der Musikschule lockt mit Kultur. Der Kindergarten Wieslesweg ist eine Einrichtung, auf die man stolz sein kann. Wir haben die Landessortschule, das Naturfreibad und auch die Stadtwerke, immer auf dem neuesten Stand, sind in Tailfingen. Dann, nicht zu vergessen, das Maschenmuseum, ein Glanzpunkt. Mit Lichtenbol besitzt Tailfingen ein vorbildliches Industriegebiet. Stiegel ist ein Vorzeigeprojekt an sozialem Städtebau. Und das EULE-Projekt des technischen Innovationszentrums auf dem HaKa-Gelände sucht europaweit seinesgleichen.“

Optionen

Bilder (1)

Schlagworte

Ähnliche Artikel

Ayla nicht zur Aida-Taufpatin gewählt

Albstadt-Tailfingen, 06.04.2011

Artikel lesen

Ein geschickter Brückenbauer

Albstadt-Tailfingen, 24.01.2011

Artikel lesen

„Ich bin keine Marke“

Albstadt-Tailfingen, 13.09.2010

Artikel lesen

Neues Gesicht verstärkt das Team

Albstadt-Tailfingen, 10.09.2010

Artikel lesen

Autos wie große Fledermäuse

Tailfingen/München, 31.05.2010

Artikel lesen

Jürgen bald im Thalia

Albstadt-Tailfingen, 31.03.2010

Artikel lesen

Persönliches Vertrauen zählt

Albstadt-Tailfingen, 13.02.2010

Artikel lesen

Blick in die Männerseele

Albstadt-Tailfingen, 26.03.2008

Artikel lesen

"Pommi" legt die Bäckerschürze ab

Albstadt-Tailfingen, 09.06.2006

Artikel lesen

"Ich bin ein Mannschaftsspieler"

Albstadt-Tailfingen, 18.03.2006

Artikel lesen
Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook