Hochwasserschutz bewährt sich
Schörzinger bleiben dennoch vom Unwetter nicht ganz verschont: Dorfplatz unter Wasser
Schörzingen/Schömberg, 06.07.2010 von Rosalinde Conzelmann
Ortsvorsteher Josef Rissler hat von Samstag auf Sonntag kein Auge zugetan. Gemeinsam mit den Feuerwehrmänner, die Schwerstarbeit leisteten, war er die ganze Nacht unterwegs. „Die Hochwasserschutzmaßnahmen in der Wilfinger- und der Oberhohenbergstraße haben gegriffen“, sagt Rissler. Es habe wohl in diesem Bereich auch kleinere Überschwemmungen gegeben, aber der Großteil der Anlieger blieb diesem Mal vom Hochwasser verschont.
Wie mehrfach berichtet, hat die Stadt im Frühjahr die Arbeiten für einen naturnahen und technischen Hochwasserschutz an diesen neuralgischen Punkten abgeschlossen. Der heftige Gewitter am Wochenende stellte nun die erste Bewährungsprobe dar. Laut Rissler wird das Stadtbauamt nun eine Bestandsaufnahme machen. So ist jetzt schon zu sehen, „dass die Gräben ziemlich ausgeschwemmt wurden.“ Bürgermeister Karl-Josef Sprenger und Stadtbaumeister Ralf Allgaier haben sich gestern persönlich ein Bild vom Ausmaß der Schäden gemacht.
Die Rathausspitze sah sich auch auf dem Dorfplatz bei den betroffenen Anliegern um. Der ganze Dorfplatz stand unter Wasser“, so Rissler. „Übeltäter“ war in diesem Bereich die Starzel, die übergelaufen ist. Auch dieses Problem ist bekannt und die Schörzinger haben in der Vergangenheit eigene Schutzmaßnahmen, wie den Einbau von Stahlrechen, getroffen. Dennoch bleibt ein Restrisiko. „Wir leben hier am Albtrauf und werden den Hochwasserschutz nie ganz in den Griff bekommen“, betont Rissler, der seinen Feuerwehrleuten ein Lob ausspricht.
Die Schörzinger Abteilung war mit 18 Mann im Einsatz, den Stefan Bayer und Peter Koch koordinierten. Abteilungskommandant Anton Geiger agierte nach einer OP mit Krücken in der zweiten Reihe. Als die Wehr um 2.07 Uhr alarmiert wurde, „stand der Dorfplatz schon ein Meter hoch unter Wasser“, berichtet Geiger. Rund 20 Keller standen unter Wasser und mussten ausgepumpt werden. Und dies zum Teil mit Scheinwerferlicht, denn das Unwetter hatte die Stromversorgung für zwei Stunden lahmgelegt.
Auch in Schömberg war es eine lange Nacht für die Feuerwehrmänner. Stadtkommandant Armin Müller und seine 30 Kameraden hatten Unterstützung aus Wellendingen, Dotternhausen, Dormettingen, Albstadt und Balingen bekommen. „Es hat eineinhalb Stunden lang über die Stadt herunter geregnet“, sagt Müller und „immer ist wieder ein Einsatz dazugekommen.“ Der Einsatz dauerte bis Sonntagabend. Glücklicherweise ging der Pegelstand am Stausee, der knapp einen Meter vorm Überlaufen war, schnell zurück, sagt Müller.
