Musikschule ohne Kunst?
400 000 Euro sollen bei der Albstädter Bildungseinrichtung gespart werden
Albstadt-Ebingen, 26.06.2010 von Holger Much
Während die meisten Punkte des epochalen Albstädter Sparpaketes in verblüffender Eintracht beschlossen wurde, gab es beim Punkt der Musik- und Kunstschule kontroverse Diskussionen.
Denn das Sparpaket, das hier geschultert werden soll, das fällt ins Auge, ist an der Spitze der Sparsummen einzelne Institutionen betreffend angesiedelt und schon gewaltig. Die Eltern sind dementsprechend beunruhigt: Wie geht es weiter?
Bis zu den Ferien soll die Musikschule Vorschläge erarbeiten, mit denen die Summe von 400 000 Euro jährlich eingespart werden soll – deutlich mehr als bei der Galerie. Zudem steht der Vorschlag im Raum, die Kunstabteilung von der Musikschule abzusplitten und beispielsweise der Volkshochschule zuzurechnen, die ihrerseits aber auch deutlich weniger Geld zur Verfügung hat. Die Idee, die fest angestellten Mitarbeiter – 24 an der Zahl – in Honorarkräfte umzuwandeln, sieht Kiefer, abgesehen vom finanziellen Verlust für die Mitarbeiter, auch schulintern mit Besorgnis. Auf diese Weise würden viele der bisherigen Aufgaben, wie beispielsweise die kostenlose musikalische Grundbildung an den Schulen, vermutlich nicht mehr durchführbar sein. Die Musikschule verkomme so zur Institution zur Vermittlung von Privatunterricht.
Auch die Erhöhung des Unterrichtsentgeltes von 100 Prozent für Erwachsene sieht Kiefer kritisch: „Dann muss ein Erwachsener im Jahr 1 848 Euro zahlen für 38 Stunden....“. Die Entgelte für Kinder und Jugendliche werden um 10 Prozent erhöht.
Der vom Gemeinderat beschlossene Austritt aus dem Verband Deutscher Musikschulen, erläutert Kiefer, bedeute das Herausfallen aus Rahmenverträgen. So habe man aufgrund solcher Verträge bei internen Konzerten und Vorspielen bisher keine GEMA zahlen müssen. Nun würden diese bei jedem Auftritt fällig. Zudem sei man von aktuellen Fortbildungsmaßnahmen abgekoppelt, was einer zukunftsfähigen Musikschule, formuliert Norbert Kiefer, abträglich sei.
Die Musik- und Kunstschule unterrichtet derzeit rund 1 300 Schüler, 180 davon in der Kunstschule.
