Mit 14 im Land des Lächelns

Der Geislinger Hendrik Hauser lebt für vier Monate in Japan – Auf Internat in Nagasaki

Geislingen, 22.06.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Der 14-jährige Hendrik Hauser lebt für vier Monate in Japan. Seine Mitschüler am Rosenfelder Progymnasium informieren ihn täglich über den aktuellen „Stoff“, während der Geislinger in Nagasaki japanisch paukt.

Sein Schulleiter Dr. Volker Seibel hat die ungewöhnliche „Daten-Hotline“ via Internet organisiert. Denn „Hendrik ist talentiert und hoch motiviert, das müssen wir einfach fördern“, sagt Dr. Seibel. Zudem sei er ein sehr guter Schüler, so dass er ihn guten Gewissens vier Monate vom Unterricht freigestellt hat. „Talentförderung gehört auch zur Philosophie einer kleinen Schule“, betont Seibel, der stolz ist auf diesen Schüler des Progymnasiums.

Schon in der Grundschule wurde Hendrik Hausers Interesse für Japan geweckt. Sein Vater Markus arbeitet bei einer japanischen Firma in Düsseldorf und seine Familie hat ihn zweimal in das Land seines Arbeitgebers begleitet. Nach diesen Reisen hat sich der Teenager intensiver mit der Geschichte und der Kultur Japans beschäftigt. Seine Lieblingslektüre sind „Mangas“, japanische Comics, die er auf deutsch oder englisch liest.

Im Februar 2007 hat der Gymnasiast seinen ersten Japanisch-Kurs bei der Balinger Vhs begonnen. Zwischenzeitlich hat er sieben Kurse belegt und dabei auch viel über die fernöstliche Lebensart gelernt. „In den Kursen haben die Teilnehmer auch die Teezeremonie zelebriert oder Reispapier-Zeichnungen gefertigt“, erzählt Hendriks Mutter Larissa.

2009 hat Hendrik seinen Eltern seinen großen Wunsch, nach Japan zu gehen, offenbart. Larissa und Michael Hauser unterstützten ihren Ältesten bei seiner Suche nach einer Austausch-Organisation und stellten ganz schnell fest, dass der Herzenswunsch ihres Sohnes ihr finanzielles Budget überstieg. Michael Hauser fragte bei verschiedenen Stiftungen nach Schülerförderungen an. Fehlanzeige. „Es gibt nur Stipendien für Studenten“, sagt er. Die Großeltern haben es schließlich möglich gemacht, dass ihr Enkel die weite Reise antreten konnte. Im Oktober 2009 fand im anglo-germanischen Institut in Stuttgart ein erstes Vorstellungsgespräch statt. Nach der Zusage reiste der Geislinger im November nach Berlin für ein vorbereitendes Seminar und am Karfreitag hieß es Abschiednehmen. Natürlich begleitete die ganze Familie Hauser, zu der noch der 12-jährige Philip und die siebenjährige Norina gehören, ihren „Globetrotter“ zum Frankfurter Flughafen.

Hendrik besucht in Nagasaki ein Internat, er ist unter den 200 Schülern der einzige Ausländer und hat sich gut eingelebt. Einmal pro Woche chattet er mit seinen Eltern und hat ihnen auch schon viele Fotos von seinem neuen Umfeld zugemailt. „Er macht einen zufriedenen Eindruck, von Heimweh keine Spur“, sagt seine Mama.

Hendrik trägt tagsüber eine Schuluniform und lebt zwischenzeitlich in der dritten Gastfamilie. Das ist in Japan üblich, damit der Gastfamilie keine zu hohen Kosten entstehen. Der 14-Jährige lebt in einfachen Wohnverhältnissen und hat einen japanischen Freund gewonnen, der ihn in den Ferien für zehn Tage zu sich einlädt. „Er versteht japanisch jetzt viel besser und kann es besser lesen“, sagt sein Vater, der mächtig stolz auf seinen selbstständigen Sohn ist und sich ebenso wie der Rest der Familie auf das Wiedersehen im August freut.

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