Schwere Wochen
Balinger Handball-Drittligist steigt in Vorbereitung ein
Balingen, 17.06.2010 von Marcel Schlegel
Vieles ist beim Alten geblieben, einiges hat sich aber auch verändert in der Mannschaft des Handball-Drittligisten. Mit Benedikt Brielmeier (TSG Söflingen) und Felix Zipf (TuS Altenheim) stehen zwei Neuzugänge im 15er-Kader des HBW-Perspektivteams. „Ich hatte bei der Integration von neuen Spielern selten weniger Bedenken als bei den beiden“, sagt „Ecki“ über sein neues Rückraum-Duo, das auch charakterlich gut ins Teamgefüge passe.
Neu im Team, aber allen Spielern bekannt, sind Fabian Kugel, Gregor Thomann (per Doppelspielrecht) und der 19-jährige Torhüter Samuel Beha, welche aus der JSG Balingen-Weilstetten zum Nothdurft-Team stoßen. Und aus der ohnehin blutjungen Mannschaft eine Welpentruppe machen (Altersdurchschnitt: 20,5 Jahre). „Brielmeier und Zipf werden uns weiterhelfen“, urteilt der Coach, der bewusst zwei ganz junge Spieler – 19 respektive 18 Jahre sind die „Neuen“ erst alt – geholt hat: „Ich wollte keinen Routinier, sondern Spieler, welche in unser Anforderungsprofil passen. Stichwort Alter und Qualität.“ Er gebe lieber einem viel versprechenden Nachwuchsspieler Spielanteile als einem alten Hasen, betont der 44-Jährige. Dies gelte auch für das Torhütergespann: „Wir haben bestimmt die jüngsten Schlussmänner von der ersten bis zu den dritten Ligen“, meint Nothdurft. „Ich sehe bei den beiden weniger das Alter als das Entwicklungspotenzial“, fährt der Sportwissenschaftler fort. Gerade der 19-jährige Paul Bar habe in der Rückrunde der vergangenen Saison eine ansteigende Tendenz gezeigt: „Wenn Paul in seiner Leistungskurve Dellen aufweist, dann springt Samuel ein. Da habe ich keine Bedenken.“
Neu ist auch die Liga, in der die HBW-Zweite künftig auf Torejagd geht. Zwar nicht gänzlich unbekannt, aber schon ein wenig anders als in der Vorsaison: Aus den fünf Regionalligen ist eine viergleisige 3. Liga geworden, der HBW 2 wurde der südlichsten Staffel zugeordnet. Die langen Anfahrtswege etwa nach Sachsen bleiben den Balingern so erspart. Gewundert hat sich Nothdurft nur, dass die Südstaffel nur aus 15 anstatt angenommener 16 Teams bestehe: „Das bedeutet, dass erneut sechs absteigen müssen. Da sind wir schon bei unserer Zielsetzung für die kommende Saison: mindestens Platz neun“, hat „Ecki“ seinen Jungs beim Trainingsauftakt in der SparkassenArena mitgeteilt. „Wir haben elf Spieler des Jahrgangs 1990/91 in unseren Reihen“, so Nothdurft weiter, „wir müssen versuchen, diese Schritt für Schritt zu verbessern und in der 3. Liga zu etablieren.“ Klar sei aber auch, dass für die bisherigen A-Jugendlichen, wie Christoph Foth oder Fabian Schlaich, die schon in der Vorsaison fester Bestandteil des HBW 2 waren, der Welpenschutz nun vorbei sei. Diese müssten, wie die gesamte Truppe, „ihren Mann stehen, um den Klassenerhalt zum zweiten Mal in Folge zu erreichen“, erklärt Teammanager Felix Kischko.
Eine harte Vorbereitung mit vier Trainingseinheiten plus einem Spiel stehen dem HBW 2 in den nächsten Wochen bevor. „Zunächst müssen wir uns wieder an die Belastung gewöhnen“, weiß „Ecki“, dessen Truppe erst am 19. Juli bei der HSG Schönbuch (Württemberg-Liga) das erste Testspiel bestreiten wird, ehe am 12. September mit dem ersten Rundenspiel bei der TSB Heilbronn-Horkheim das Abenteuer dritte Liga und die Mission Klassenerhalt beginnt.
Auch Benjamin Chatton schaute beim Trainingsauftakt vorbei. Eine gute und intensive Vorbereitung wünschte der Manager des Balinger Bundesligisten der Perspektive: „Hört auf euren Trainer“, rief Chatton den Spielern zu, ehe Nothdurft mit seinem Team in den Trainingsbetrieb einstieg, der kurioserweise mit einer Runde Fußball begann und nicht mit üblichem Spielgerät. Der Diplom-Sportlehrer muss es ja wissen . . .
