Reitplatz trotzt jedem Wetter

Gestütsbesitzer Rudolf Hetzel erntet Anerkennung vom Züchterverband Zollernalb

Balingen-Streichen, 16.06.2010 von Klaus Irion

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Nach zehnjähriger „Testphase“ ist der Streichener Rudolf Hetzel am Ziel: Sein Reitplatz-Boden aus geschredderten Tonziegeln wird von Experten als geeignet anerkannt.

Rudolf Hetzel steht auf seinem Reitplatz und formt mit dem Fuß einen kleinen Haufen. Es ist kein gewöhnlicher Untergrund, auf dem Hetzels Pferde gehen, traben und galoppieren. Der Platz erinnert etwas an die roten Tennis-Aschenplätze. Allerdings ist er dann doch nicht ganz so feinkörnig. Das macht aber nichts. „Denn der Platz erfüllt alle Voraussetzungen um bei Wind und Wetter gefahrlos reiten zu können“, sagt Hetzel. Sommers wie winters. „Der Boden federt, die Pferde rutschen nicht weg, liegen gelassene Pferdeäpfel können dem Boden nichts anhaben, das Wasser versickert problemlos.“ Und für den Streichener Pferdezüchter auch ganz wichtig: „Der Ton ist ja ein reines Naturprodukt, unser Reitplatz beinhaltet nichts Künstliches.“ Als Beleg verweist er auf Gräser und andere Pflanzen, die am Rande des Platzes tief wurzeln.

Die Idee kam Hetzel und seiner Ehefrau Rebecca vor einigen Jahren, „als wir uns intensiv über den optimalen Allwetter-Reitplatz Gedanken gemacht haben“. Hetzel ließ die ersten Tonziegel schreddern, das Ergebnis überzeugte ihn. Der nächste Schritt wäre die Anmeldung eines Patentes gewesen. Doch da es schon lange Tonziegel gibt, „konnte man die geschredderte Variante nicht patentieren lassen“. Immerhin: Den Hetzels ist es inzwischen gelungen, einen so genannten „Gebrauchsschutz“ zu erwirken.

Weit wichtiger als die juristisch-wirtschaftlichen Fragen ist Hetzel nach zehnjähriger Erprobungsphase inzwischen aber, dass Experten seinen Boden schätzen. So wie vor wenigen Tagen, als er auf seinem „Gestüt Rauhenwiesen“ ein Treffen der Mitglieder des Pferdezuchtvereins Zollernalb organisierte. „Zu Beginn der Veranstaltung hat es geschüttet wie aus Kübeln, das Wetter hätte für uns gar nicht besser sein können.“ Denn als der Regen schließlich nachließ, präsentierte Hetzel seinen Platz, der problemlos zu reiten gewesen sei.

Inzwischen ist Hetzels Tonziegel-Platz längst nicht mehr der einzige weit und breit. Aber nicht nur für Reitplätze würde der natürliche Bodenbelag inzwischen genutzt. „Auch Landschaftsgärtner haben Gefallen daran gefunden.“ Des Pferdefreunds Fazit: „Unser Platz richtet sich immer von selbst und sieht nach zehn Jahren noch aus wie am ersten Tag.“

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