Von schwebenden Himmelsbräuten

Balingen, 11.06.2010 von Zora Bombach

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Seit seinem ersten Kontakt mit dem Kloster Kirchberg reizt es den Balinger Adolf Klek, dessen Historie auf Papier zu bannen. Jetzt hat er sein erstes Buch zur klösterlichen Frühzeit veröffentlicht.

Das Kloster Kirchberg an der Kreisgrenze ist heute Begegnungsort für Menschen aus der Region und ein Zentrum der „Berneuchener Bewegung“. Doch das alte Gemäuer hat, wie der Name vermuten lässt, weit mehr zu bieten. Bis zur Säkularisation beherbergten die großzügig angelegten Gebäude ein Dominikanerinnenkloster.

“Seit 1958 sammle ich alles, was ich über die Geschichte des Kloster finden kann“, erzählt Adolf Klek. Mittlerweile hat der pensionierte Schulamtsdirektor zwei Regalmeter voller Material, zusammengetragen aus Archiven, Zeitschriften, Büchern. Ordner mit Quellen zum damaligen Umfeld – politischer, wie auch religiöser Art – ergänzen die Sammlung des Heimatforschers. 2006 hat er bereits das Büchlein „Nonnen, Ritter, Kommissare in der Klostergeschichte“ veröffentlicht. Darin versammelt sind die Lebensgeschichten von Personen, die irgendwann oder irgendwie einmal in Kontakt mit dem Kloster kamen. Doch für ein Buch über die Frühzeit des Frauenklosters fehlten Klek damals noch wichtige Informationen. Von der Existenz einer möglichen Quelle wusste der Forscher zwar, doch das handschriftliche Original des „Kirchberger Schwesternbuches“ gilt bis heute als verschollen.

Der Zufall wollte es, dass wesentliche Informationen aus diesem Werk doch noch entdeckt wurden. Die Kölner Literaturhistorikerin Sabine Jansen befasst sich in ihrer Doktorarbeit mit zwei Abschriften des Schwesternbuches und gibt sie mit dem heutigen Alphabet, jedoch in der damaligen Schreibweise, wieder. Ein Freund Kleks, ebenfalls der „Berneuchener Bewegung“ angehörig, entdeckte Auszüge aus der Doktorarbeit im Internet und reichte sie an Klek weiter. Der war sofort fasziniert und machte sich 2009 an die ersten Kapitel von „Herrengunst und Frauenminne“. Im Mai dieses Jahres ist das Buch erschienen, mit einer Startauflage von 600 Stück.

“Ich war besonders fasziniert, mit welch inbrünstiger Liebe die Frauen zu Christus und zu Gott beteten“, erzählt der Autor. „Die Nonnen hatten sogar Visionen oder redeten in ihren Träumen laut mit ihrem 'Bräutigam Christus'“, beschreibt er Auszüge aus dem Schwesternbuch. Von einer Nonne werde sogar berichtet, sie sei über dem Boden geschwebt, erklärt Klek schmunzelnd. Man dürfe das zwar nicht nach dem heutigen Standpunkt deuten, aber die Gottesliebe komme in solchen Beschreibungen sehr stark zum Ausdruck.

Das Buch selbst ist unterteilt in vier Kapitel, die sich mit der Gründungsphase, dem Bau der Klosteranlage, der Hohenberger Grablege und den „Himmelsbräuten“ befassen. Geschmückt mit aktuellen Fotos, historischen Zeichnungen, Quelltexten und Plänen des Klosters, ergibt sich ein Werk, das sämtliche existierende Informationen auf 112 Seiten zu verdichten scheint. Das Werk ist bereits im Balinger Buchhandel erhältlich.

“Ich könnte noch viele weitere Bände nur zum Kloster Kirchberg schreiben“, meint Autor Adolf Klek. Schließlich reichen seine Recherchen von den Anfängen bis zur Auflösung im 19. Jahrhundert. „Adelsfamilien aus der ganzen Region haben ihre Töchter und Witwen auf den Kirchberg geschickt“, verdeutlicht Klek die Bedeutung des Klosters. Konkrete Pläne für den nächsten Band gibt es noch nicht. Wenn, dann wolle er sich darin aber auf die Zeit der Säkularisation konzentrieren, verrät Klek.

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