Zu kalt, zu nass, zu dunkel

Witterungsverlauf im Mai ist ernüchternd – Gesamtbilanz: zwei Grad zu kalt

Balingen-Heselwangen, 11.06.2010 von Karl-Heinz Jetter

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Ein Wonnemonat war der Mai mitnichten. An 26 Tagen hat es im vergangenen Monat geregnet. Einmal sogar 30,9 Liter innerhalb von 24 Stunden. In der Summe kamen 136,7 Liter pro Quadratmeter zusammen.

Der Mai war gegenüber seinem Durchschnittswert zu nass, zu kalt und zu dunkel. „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“. Sollte diese Bauern-Wetterregel zutreffen, so sieht es für die anstehende Ernte gut aus. Der Mai ist schon üblicherweise der regenreichste Monat des Jahres. Im Durchschnitt fallen in diesem Monat 105,2 Liter auf jeden Quadratmeter an der Messstelle, dicht gefolgt vom Juni mit 97,8 Litern.

Der Mai wollte wohl das Fehl vom Frühjahr auf einmal ausgleichen. Zur Erinnerung: Im vorausgegangenen April hat es nur 19,2 l/m² geregnet. Doch pünktlich zum Monatswechsel setzte der ersehnte Regen ein und in den ersten zehn Tagen kamen auch schon 87,1 Liter zusammen davon alleine 30,9 Liter am 6. Mai.

In der zweiten Monatshälfte ließ der Dauerregen nach. Die Tage um Pfingsten herum waren die trockensten des ganzen Monat, während zum Monatsende hin wieder erneut Regen aufkam. In der Summe also besagte 136,7 Liter und ein Plus von 31,5 Litern.

Dem Niederschlag folgte der Temperaturverlauf. Im ersten und zweiten Monatsdrittel war es am kühlsten. Bis zum 20. des Monats hinkte die Temperatur um 4,3 Grad ihrem sonst für diesen Monat üblichem Wert nach. In diese Zeit fielen auch die Eisheiligen (12. – 15. Mai). Sie brachten keinen Kälteeinbruch – waren zwar kühl aber schädigender Frost blieb aus. Die Statistik der vorausgegangenen 30 Jahre zeigt, dass es bei uns zur Zeit der kalendarischen Eisheiligen keinen signifikanten Kälteeinbruch gibt.

Um Pfingsten (23. Mai) herum war es dann am schönsten im ganzen Monat. Pfingstsonntag brachte es auf 14,4 Stunden Sonnenschein, Pfingstmontag gar auf 14,7 Stunden, und am Dienstag danach wurde die Monatshöchsttemperatur von 26,7 Grad Celsius registriert. Pfingstmontag und dieser Dienstag waren aber auch die einzigen Sommertage (25 und mehr Grad) im Mai. Danach wurde es wieder kühler und in der Gesamtbilanz fiel der Monat um 2,0 Grad zu kalt aus.

Kühl und nass also – dazu kam noch der fehlende Sonnenschein. Seit 1990 schien die Sonne im Durchschnitt 212,5 Stunden im Mai - in diesem Jahr gerade mal und grob gerechnet die Hälfte davon, nämlich 110,4 Stunden. Damit wurde der Mai 2010 zum dunkelsten in diesem Zeitraum.

 

Weitere Zahlen für die Statistik

Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug 10,5 Grad. Vergangenes Jahr lag sie bei 14,7 Grad und im Durchschnitt seit 1979 bei 12,5 Grad. Obwohl der Mai durchschnittlich zu kalt war, gab es keine Frosttage mehr.

 

Sommertage (25 und mehr Grad) gab es nur zwei – 2009 fünf. Geschneit hat es im auf Stationshöhe nicht mehr.

 

Regentage mit mehr als einem Liter pro Quadratmeter, wurden 20 gezählt. In der Summe kamen 136,7 Liter zusammen. 2009 waren es 134,2 und im Durchschnitt seit 1979 105,2 Liter pro Quadratmeter.

Nebel gab es an sieben Tagen, schwach gewittert hat es im vergangenen Monat an zwei Tagen. Der Wind frischte an acht Tagen bis auf Windstärke 6 auf und die Sonne schien nur 110,4 Stunden (letztes Jahr 219,7 Stunden) und seit 1990 sind es durchschnittlich 212,5 Sonnenscheinstunden.

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