Strategien fruchten
VR-Cup: Amateur-Etappenrennen geht in die 16. Runde
Balingen, 09.06.2010 von Marcel Schlegel
Nämlich dreierlei, wie es Ulrich Bock zu berichten weiß. Doch zunächst eine Rückblende: Als der VR-Cup vor 16 Jahren ins Leben gerufen wurde, habe es sich nicht erahnen lassen, welche Dimensionen die Amateur-Rundfahrt einmal annehmen würde, staunt der Rennleiter. Zumal das Event vor dem Hintergrund entstanden sei, etwas für die Vereine im Radsportbezirk zu tun. Diese durch ein gemeinsames Rennen, bei dem einzelne Zollernalb-Vertreter Etappen ausrichten, zu verbinden, „den kleinen, aber feinen Vereine“, wie sie Bock nennt, quasi etwas zurückzugeben.
Die verschiedenen Bezirksvereine seien unter der Saison alle auf unterschiedlichem Terrain – Straße, Halle oder Gelände – unterwegs, sagt der Organisator und sieht im VR-Cup die Verbindung: „Dieser Termin steht bei allen fest im Terminkalender.“ Dazu bedürfe es Nachhaltigkeit, reichlich Arbeit und großer Begeisterung, lobt Erwin Staiger von den Volks- und Raiffeisenbanken, die dem Rennen seit der Premiere als Sponsor zur Seite stehen. Staiger: „Wir hoffen auf eine gebührende Zuschauerkulisse, damit die Fahrer auch das letzte aus sich herauskitzeln.“
Durch nachhaltige Organisation habe sich der VR-Cup „eine verdammt gute Reputation“ erarbeitet, so Bock. Das schlägt sich auch im Teilnehmerfeld nieder: In diesem Jahr darf der Leiter der Landessportschule Albstadt ambitionierte Amateure aus allen westlichen Bundesländern auf den VR-Cup-Etappen begrüßen. Freude ist da angesagt. Auch bei Günther-Martin Pauli: „Der Radsport hat im Zollernalbkreis eine enorme Dynamik entwickelt“, sagt der Landrat. Und: Der VR-Cup sei ein weiteres sportliches Highlight, das auch von der reizvollen Landschaft des Zollernalbkreises profitiere.
Doch wie kommt's? Bock hat drei Hauptstrategien der Etappenrennens als Erfolgsfaktoren auserkoren. Zum einen: „Wir haben die Profisportler, auch jene der unteren Kategorie, ganz bewusst vom Rennen ausgeschlossen“, betont er: „Für alle, die hier starten, ist das Radfahren die schönste Nebensache der Welt.“ Ein derartiges Rennen sei deutschlandweit einmalig. Zum anderen sieht Bock in der „nachhaltigen Organisation“ und der engagierten Arbeit der Vereine einen Erfolgsfaktor. Drittens biete der VR-Cup eben jenen ambitionierten Amateuren eine optimale Plattform, sich in ihrem „Sportfieber“ auszutoben. Und so kommt es, dass auch Fahrer aus Bayern oder der Pfalz beim VR-Cup starten. „Das kurbelt auch den Tourismus an“, scherzt Bock. Und dies freue sicherlich auch den Landrat.
Trotzdem war Bock erneut über die Masse an Teilnehmern erstaunt: „Wir haben bei den Aktiven mit 79 Sportler aus 15 Teams einen neuen Melderekord. Das war nicht zu erwarten.“ Mit vorne sieht der Rennleiter auf den fünf Etappen durch Bitz, ausgerichtet vom RSV Tailfingen, Trillfingen, Erlaheim, Ostdorf und Winterlingen (RSG Zollernalb) mit einer Gesamtdistanz von 320 Kilometern das Team des TSV Schmiden um deren Nummer eins Rolf Hofbauer. Einen heißen Kampf um die Goldmedaille wird sich Hofbauer „mit den zwei alten Haudegen Sven Krauß und Volker Ordowski liefern“, glaubt Bock. Diese beiden Ex-Gerolsteiner Profis vom Elite-Team Halanke (Öschelbronn) fahren sowohl um den Einzelsieg, wie auch um die Teamwertung mit.
Dem eigenen vierköpfigen Tailfinger Team um Sandro Melchien und Marco Heller räumt er in der Teamwertung Chancen auf die Plätze drei bis sechs ein – auch im Sprint. Das Punkterennen der Frauen und Senioren, die gemeinsam starten, aber getrennt gewertet werden, seien ebenfalls reich an Prominenz: „Bei den Senioren ist der pfälzische, saarländische und baden-württembergische Meister, Gunter Bohnenberger vom RSV, mit dabei. Bei dieser Besetzung fallen einem fast die Ohren ab.“
