Münchner Gast mit 500 000 Euro-Spende im Gepäck
Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen feiert Richtfest seines Elternhauses – Neuerliches Danke an ZAK-Leser
Balingen/Tübingen, 09.06.2010 von Karl-Otto Müller
11,6 Millionen Euro sammelte die José-Carreras-Stiftung im vergangenen Jahr an Spendengeldern ein, großteils über TV-Sendungen. Mit einer halben Million Euro unterstützt die Stiftung des Startenors das neue Elternhaus des Tübinger Fördervereins für krebskranke Kinder. 1,4 Millionen Euro investiert der Tübinger Verein in das Projekt. Mit unserer Weihnachtsaktion 2009 unterstützten ZAK-Leserinnen und Leser das Vorhaben mit fast 50 000 Euro.
Am Montag feierten Bauherren. Architekten und Handwerker Richtfest des Neubaus. „Wenn's so weitergeht, können wir wirklich zufrieden sein,“ freute sich die 74-jährige Christine Hoffmann, Vorsitzende des Fördervereins, über den reibungslosen Bauablauf. Die Stuttgarter Architekten zeigten sich zuversichtlich, dass der Fertigstellungstermin des neuen Elternhauses bis Ende des Jahres eingehalten werden könne. Die Handwerker indes sammelten gleichfalls spontan und überreichten zum Richtfest ein prall-gefülltes Sparschwein an Christine Hoffmann.
Auf insgesamt 800 Quadratmetern entstehen im neuen Haus zwölf Gästezimmer für Angehörige an Krebs erkrankter Kinder aus der gesamten Region Neckaralb, hell, modern, damit zumindest die äußeren Umstände für die betroffenen Personen erträglicher würden. Dazu gehören Gemeinschaftsräume, wie Küche, Spielecke, Wintergarten und Dachterrasse. Glücklich sei man über die ruhige Lage am Ende einer Sackgasse, dennoch in direkter Nachbarschaft zur Kinderklinik.
Ebenfalls untergebracht werden in dem neuen Haus die Büroräume des Vereins, der sich mit Mitarbeitern und natürlich auch Therapeuten um die Patienten und deren Angehörige kümmert.
Anfang der Achtziger Jahre war der Verein von Eltern an Krebs erkrankter Kinder als Selbsthilfe-Einrichtung gegründet worden.
Natürlich würde mit dem Zwölf-Zimmer-Haus nicht der gesamte Bedarf am Tübinger Klinikum gedeckt. Dennoch: Leicht ausgebremst sehen sich die Vereinsmitglieder durch das parallel in Angriff genommene Elternhaus der Stiftung „Ronald McDonald“. Dem karitativen Ableger der amerikanischen Fastfoodkette sei quasi vom Klinikum großzügig ein Grundstück in Erbpacht angeboten worden, während der Tübinger Verein sein neues Baugrundstück mit erheblichem Kraftakt auf dem freien Markt beschaffen mußte, lautet die Klage. Unakzeptabel sei dabei der Vorschlag von Klinikchef Prof. Michael Bamberg gewesen, doch einfach unter das Dach des McDonald-Hauses zu schlüpfen. Dreißig Doppelzimmer seien hier vorgesehen, Spatenstich war Anfang des Jahres.
Für das bisherige Elternhaus des Vereins in der Justinus-Kerner-Straße schmiedet ein Käufer bereits Pläne, es in ein Studentenwohnheim umzubauen.
