Pirna holt HBW-Keeper Grathwohl

Balingen, 05.06.2010

HBW-Torhüter Sven Grathwohl hat seine sportliche und berufliche Zukunft geklärt. Der 21-Jährige verlässt den Handball-Bundesligisten und schließt sich dem Drittligisten ESV Lok Pirna an.

Zu Beginn der Bundesliga-Saison sollte der 21-Jährige ge-meinsam mit Nikola Marinovic das Torwartgespann des HBW Balingen-Weilstetten bilden. Doch schon nach wenigen Spieltagen wurde Routinier Ivan Zoubkoff verpflichtet, „weil wir die Torhüter nicht bedenkenlos wechseln konnten“, begründete Trainer Dr. Rolf Brack. Grathwohl kehrte ins zweite Glied zurück und war als Keeper mit dafür verantwortlich, dass sich das Perspektivteam unter Coach Eckhard Nothdurft für die eingleisige Regionalliga qualifizierte. Die Sportliche Leitung legte Grath-wohl dennoch nahe sich trotz seines noch ein Jahr laufenden Vertrags einen neuen Klub zu suchen, bei dem er sich weiter entwickeln könne. Dieser führte viele Gespräche und entschied sich für das Angebot des ESV Lok Pirna, der in der Regionalliga Ost antritt und baldmöglichst den Aufstieg in die zweite Liga schaffen will.

Dieses Ziel hatten die Sachsen auch schon in der zu Ende gegangenen gehabt, sie galten mit ihren Profis als Meisterschaftsanwärter Nummer eins. Aber schon im ersten Spiel gab es einen riesigen Rückschlag. Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten 2 reiste als krasser Außenseiter an die Elbe und mit einem 25:24-Sieg wieder heim. Das Umfeld schürte Feuer gegen Trainer Norman Rentsch und machte den Vereinsoberen mächtig Dampf. Damit der Kessel nicht explodiert, öffneten Letztere im Frühjahr das Sicherheitsventil und ersetzten den Coach durch den nicht unumstrittenen Fritz Zenk. Immerhin rangierte dieser die Lok noch auf den siebten Platz und damit in die reformierte dritte Liga. Die Wege des ESV und des HBW 2 werden sich in der kommenden Saison allerdings nicht kreuzen, weil die Nothdurft-Truppe in der Staffel Süd das Unternehmen Klassenerhalt in Angriff nimmt. Ambitionierter sind die Ziele der Elbestädter, die künftig auf ihre bisherige Nummer Eins, den Tschechen Ludek Kylisek, verzichten müssen und sich für den jungen Schwaben als Nachfolger entschieden haben.

Grathwohl, der als 16-Jähriger zur JSG Balingen-Weilstetten kam, wird in Pirna nicht nur Handball spielen, sondern zunächst auch seinen Zivildienst leisten. Später möchte er im benachbarten Dresden Sozialpädagogik studieren. Ob der Wechsel ein Abschied für immer von seiner schwäbischen Heimat sein wird, kann Grathwohl nicht abschätzen: „Man weiß nie, wo es einen hin verschlägt. Vielleicht komme ich ja auch mal wieder zurück.

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