Stereo Satanics treten mit fulminanter Show ab

Letztes Kapitel: Balinger Punkrock-Band gibt zum Abschied noch einmal alles im Sonnenkeller

Balingen, 31.05.2010 von Boris Retzlaff

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Das war’s: Die Stereo Satanics sind nicht mehr. Mit einer fulminanten Show verabschiedete sich die Balinger Punkrock-Band am Samstag im Sonnenkeller von ihren Fans.

In mancher Hinsicht war es eine untypische Stereo-Satanics-Show. So mochten sie bei Festivals nie als Headliner spielen – angeboten wurde ihnen das oft –, diesmal standen sie selbstverständlich im Mittelpunkt. Sonst beinahe berüchtigt für äußerst kurze Auftritte, spielten sie gut zwei Stunden in zwei Sets: „Heute sind wir unsere eigene Vorband“, scherzten sie von der Bühne. Auch das ungewöhnlich: Es gab dann und wann Ansagen.

Und so meinte Sänger Ralf Brandt zu Beginn, die Antwort, warum sich die Band auflöse, verstecke sich im ersten und im letzten Song des Abends. Der erste: „I Wanna Fail“. Die Stereo Satanics treten zu einem Zeitpunkt ab, an dem die meisten anderen Bands gerade weitermachen würden: Ihr letztes Album fand ein Label, ist beinahe ausverkauft und geriet auch international zu einem Achtungserfolg. Der letzte Song spricht für sich selbst: „Sick Of All My Kicks“. Die Stereo Satanics gehen auseinander, weil sie musikalisch gesagt haben, was sie zu sagen hatten. Und weil ihnen über die Jahre die Punkrock-Schublade zu eng wurde: Von Album zu Album gerieten ihre Songs ausgefeilter, psychedelischer. Das erste, „Pirate Love“, rockt in halsbrecherischem Tempo durch. Auf „Whole Lotta Nothin‘“ geht es mitunter in einen fast balladesken Midtempo-Bereich. „Surrounded By Ghosts“ stellte mit dem hymnischen Titelsong gar eine betont ruhige Nummer in den Vordergrund. Als exklusives Dankeschön für die Balinger Fans gab es am Samstag die letzte CD-Produktion „3 Songs Left“, die diese Entwicklung unterstreicht.

Der Abend bot einen Querschnitt durch zwölf Jahre Bandgeschichte und geriet so doch zu einer typischen Stereo-Satanics-Show. Von den ersten Takten an pumpte die Band mit rauem, scheddrigem Sound und exzellenter Gitarrenarbeit Energie in den Saal, die das Publikum immer stärker elektrisierte, bis die Masse schließlich wild tanzend explodierte. So kam bei allem Abschiedsschmerz keine Wehmut auf. Und doch: Mit den letzten Tönen verklang ein Kapitel Balinger Rockgeschichte. Boris Retzlaff

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