Kein Kopfsteinpflaster vor Zehntscheuer
Startschuss für Arbeiten rund um das historische Schömberger Gemäuer – Natursteine weichen Betonpflaster
Schömberg, 28.05.2010 von Zora Bombach
In einer öffentlichen Sitzung im Januar dieses Jahres hatte der Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen, das Gelände an der Zehntscheuer neu zu gestalten. Die Planungen umfassen den Austausch des bisherigen Kopfsteinpflasters aus Porphyr gegen Betonpflaster. „Dadurch wird die Fläche explizit hervorgehoben“, erläutert Stadtbaumeister Ralf Allgaier. „Wir wollen das Gelände der neuen Zehntscheuer vor allem optisch zuordnen“, ergänzt Bürgermeister Karl-Josef Sprenger.
Momentan entfernt eine Firma aus Bärenthal zwischen dem Parkplatz und der Zehntscheuer-Baustelle alle Porphyrsteine und die darunter liegende Betonschicht. Ein Teil des herausgebrochenen Kopfsteinpflasters wird von der Stadt wiederverwendet: Rund zehn Quadratmeter neben der Zehntscheuer, die bisher betoniert sind, werden mit den Natursteinen gestaltet.
Der Rest der Porphyrsteine muss entsorgt werden. Obwohl sie keinerlei Schäden aufweisen, wie Bürgermeister Sprenger einräumt. „Hätte man an der Zehntscheuer nichts verändert, wäre auch niemand auf die Idee gekommen, das Kopfsteinpflaster auszutauschen“, betont er. Durch die Sanierung des alten Gemäuers sei eine Anpassung des umliegenden Geländes aber nötig geworden, erläutert Stadtbaumeister Allgaier. Außerdem klaffte eine Lücke zwischen dem bisherigen Pflaster und der Zehntscheuer, die nun geschlossen wird.
„Das Betonpflaster wird muldenförmig eingebaut, sodass Regenwasser in eine mittig verlaufende Rinne sickern kann“, beschreibt Allgaier die Baupläne. „Weil die Höhenunterschiede jetzt auf eine größere Fläche verteilt werden, beträgt das Gefälle der flachen Mulde höchstens drei Prozent“, erklärt er. Das sei mit der Querneigung einer herkömmlichen Straße vergleichbar. Außerdem wird das Pflaster ebenerdig zum Eingang der Zehntscheuer verlegt. „Bis auf das oberste Geschoss ist dann alles in und um die Zehntscheuer behindertengerecht“, wirbt Bürgermeister Sprenger für das Projekt. Kostenpunkt der Neugestaltung: rund 50 000 Euro. „Die Stadt finanziert das aus Haushaltsresten“, erklärt Stadtbaumeister Allgaier. Deshalb hatte der Gemeinderat auch gesondert und nicht im Zusammenhang mit der eigentlichen Zehntscheuer-Sanierung darüber abgestimmt.
Fünf Gemeinderäte hatten gegen die Außengestaltung gestimmt, zwei hatten sich enthalten. „Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten“, findet Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. Denn ihm und Stadtbaumeister Allgaier gefällt, was vor der Zehntscheuer entsteht. Sie betonen, dass beide Bastellen – innen wie auch außen – Mitte Juli fertig sein sollen. Denn am Freitag, 23. Juli, findet die offizielle Eröffnung statt. Am darauf folgenden Wochenende können die Schömberger die neue Zehntscheuer beim Tag der offenen Tür selbst unter die Lupe nehmen.
