Kiel stürzt Spitzenreiter

Handball-Bundesliga: THW gewinnt in Hamburg – HBW gerettet

Balingen, 26.05.2010 von Marcus Arndt

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Der 32. Spieltag in der Handball-Bundesliga brachte zwei Vorentscheidungen: An der Spitze thront wieder der THW Kiel – am Ende der Rangliste brauchte der HBW nicht mehr zu zittern.

Die Branche blickte am vergangenen Spieltag gespannt nach Hamburg: Im Nord-Gipfel drängte der HSV Hamburg auf die Wachablösung. Vergebens! Mit einem überzeugenden 33:31 verdrängte Kiel die Hanseaten von der Spitze – und hat im Saisonendspurt beste Chancen auf die sechste Meisterschaft in Folge. Von Beginn an erfüllte das Duell, was man sich im Vorfeld erwartet hatte. Sowohl der HSV als auch die Kieler boten Handball auf hohem Niveau. Folglich entwickelte sich in der mit 13 296 Zuschauern ausverkauften Hamburger Arena ein intensives Match, in dem sich keine der beiden Mannschaften entscheidende Vorteile erspielen konnte. Allerdings wirkten die „Zebras“ in der Defensive einen Tick stabiler, was vor allem dem hanseatischen Rückraum schwer zu schaffen machte. „Wir hatten unsere Probleme mit einfachen Würfen“, räumte HSV-Kommandogeber Martin Schwalb unumwunden ein, „das war der Schlüssel zur Niederlage. Ich habe aber auch gesehen, dass wir alles getan haben, alles probiert haben.“ Zwar kämpften sich die Hamburger nach einem Drei-Tore-Rückstand wieder heran, doch konterte Kiel trotz großer Personalsorgen kühl – und siegte erneut beim Nordrivalen, der nur einmal in den vergangenen sieben Jahren in eigener Halle gegen den THW gewinnen konnte. „Wir haben die ganze Zeit an uns geglaubt. Christian Zeitz war zum Schluss überragend“, sagte Kiels Torhüter Thierry Omeyer. „Wir haben gut in der Abwehr gestanden. Das war heute unser Vorteil“, ergänzte Zeitz.

Im Schatten dieses Schlagers festigte die SG Flensburg-Handewitt mit einem 40:22-Kantersieg in Minden ihren dritten Platz und machte damit einen Riesenschritt in Richtung Champions League-Qualifikation. Aus den letzten beiden Saisonspielen benötigt die Truppe von Trainer Per Carlén somit lediglich zwei Punkte, um nach einem Jahr Abstinenz wieder in die europäische Königsklasse zurückzukehren.„Was für ein Kantersieg“, erklärte SG-Kapitän Lars Christiansen nach dem Spiel und fügte hinzu: „Wir wollten Platz drei unbedingt verteidigen und es war allen anzumerken, dass sie in der nächsten Saison in der Champions League spielen wollen. Mit diesen beiden wichtigen Punkten sind wir auf einem guten Weg.“

Den haben die Rhein-Neckar Löwen verlassen – und verloren auch den zweiten Vergleich gegen die Füchse Berlin in dieser Spielzeit (Endstand: 26:33): Anstatt der erhofften Revanche für die 28:33-Niederlage in der Hauptstadt sahen die 4211 Zuschauer in der Karlsruher Europahalle zahnlose Löwen. Damit können die Kurpfälzer auch theoretisch den dritten Platz nicht mehr erreichen. Und sollte Frisch Auf Göppingen sein Nachholspiel beim VfL Gummersbach gewinnen, droht den Mannheimern sogar der Absturz auf Rang fünf. „Wir waren heute nicht bereit, den Preis zu bezahlen, um ein Handball-Spiel zu gewinnen“, meinte ein sichtlich enttäuschter Trainer Ola Lindgren.

Nach dem Auswärtscoup bleiben die Hauptstädter punktgleich mit dem TV Großwallstadt (beide 38:26), welcher gegen die HSG Wetzlar mit 28:25 gewonnen hat. Bester Aufsteiger bleibt der TuS N-Lübbecke (36:29 in Balingen) auf Platz zehn, welcher die untere Tabellenhälfte anführt. Für die Schwaben war die Niederlage am Ende bedeutungslos, nachdem der TSV Dormagen im Heimspiel gegen den SC Magdeburg einen Punkt liegen ließ und nun in die Relegation muss. Mit vier Zählern Rückstand sind die Chancen von GWD Minden und der HSG Düsseldorf (29:34-Niederlage in Kassel) auf Platz 16 nur noch theoretischer Natur.

 

„Die Mannschaft hat eine tolle Entwicklung genommen und einen Titel geholt. Heute müssen wir anerkennen, dass der THW besser war.“

Martin Schwalb (Hamburg) zur Pleite im Spitzenspiel.

 

„Es war ein Duell zweier Weltklassemannschaften, die wirklich beide alles gegeben haben. Natürlich bin ich froh über den Sieg, aber wir haben noch zwei schwere Spiele vor uns.“

Alfred Gislason (Kiel) zum Spiel in Hamburg.

 

„Glückwunsch an Melsungen und meinen dänischen Kollegen zum Sieg. Ich habe gehofft, ich könnte nach dem Spiel etwas anderes sagen, aber es hat leider nicht gereicht.“

Ronny Rogawska (Düsseldorf) nach der Niederlage gegen Melsungen.

 

„Wir waren heute nicht bereit, den Preis zu bezahlen, um ein Handball-Spiel zu gewinnen.“

Ola Lindgren (Löwen) über die Leistung der Mannheimer.

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