Leuchtturm für die Region

Nach 15 Monaten Bauzeit ist Balingens Stadthalle seit gestern wieder offen

Balingen, 15.05.2010 von Klaus Irion

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„Geschafft!“ Auf diesen einfachen Nenner brachte Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann gestern Abend die Wiedereröffnung der Stadthalle im Rahmen eines Festakts vor 800 geladenen Gästen.

„I'm feeling good“ ließ Jazz-Sänger Uwe Sessler die Anwesenden in schönster „Michael-Bublé-Manier“ wissen. Vom neuen Morgengrauen, vom neuen Tag, vom neuen Leben sang Sessler, begleitet vom Kammerorchester Balingen, dem Balinger Jugendorchester und der Balinger Big Band – und eben davon, dass er sich gut fühlt. Ein Lied wie geschaffen für den gestrigen Anlass. Ein musikalischer Aufbruch zu neuen Stadthallen-Ufern unter der Leitung des städtischen Musikdirektors Dietrich-Schöller Manno und des Jugendmusikschul-Leiters Josef Lohmüller .

In seiner Dankesrede bezeichnete Oberbürgermeister Helmut Reitemann die alte neue Stadthalle als „Leuchtturm, als Anziehungspunkt für Kulturinteressierte aus nah und fern“. Dazu zählen mit Sicherheit alle, die gestern Abend in offizieller Mission vor Ort waren. Allen voran der Staatssekretär im baden-württembergischen Staatsministerium, Hubert Wicker, der den verhinderten Ministerpräsidenten Stefan Mappus vertrat. Wicker kam aber nicht nur als Stuttgarter Abgesandter, vielmehr auch als gebürtiger Ebinger, „als der ich schon vor vielen Jahren voller Neid auf die Balinger Stadthalle geschaut habe“. Eine „kluge, weitsichtige Entscheidung“ sei es gewesen, die der Gemeinderat seinerzeit mit dem Bau der Halle getroffen habe. Dies noch unter der Regie des Alt-OBs Dr. Eugen Fleischmann, der gestern ebenso in der Halle war wie sein späterer Nachfolger Dr. Edmund Merkel. Letzterem oblag vor fünf Jahren die Aufgabe, „den Grundstein für das zu legen, was aus der Stadthalle nun geworden ist“, merkte der gegenwärtige Amtsinhaber Reitemann an, der nach eigenem Bekunden noch am vergangenen Mittwoch nicht geglaubt hatte, „dass wir die Halle zwei Tage später wirklich eröffnen können“.

Weit weniger skeptisch war offensichtlich Architekt Ernst Ulrich Tillmanns, der mit weiteren Mitarbeitern des Stuttgarter Architektenbüros „4a“ – der Projektbeauftragten Sonja Herrmann und dem Bauleiter Achim Zumpfe – für das große Ganze auf der 15-monatigen Baustelle verantwortlich zeichnete. „Ich hatte nie Zweifel, dass die Halle rechtzeitig eröffnet werden würde, mich trieb eher die Frage um, wie sie eröffnet wird.“ Die Antwort: In einer gelungenen Weise fertiggestellt, so dass ab sofort der volle Betrieb starten kann. Gleichwohl aber den Handwerkern rund um den alten großen Saal, um den neuen kleinen Saal, um das vergrößerte Restaurant, und um das grandiose lichtdurchflutete Foyer ausreichend Zeit bleibt, die notwendigen Restarbeiten zu verrichten und die Halle noch auf Hochglanz zu polieren.

Spätestens wenn am 10. Juli die große Gustav-Klimt-Ausstellung beginnt, wird nichts mehr an den „langen Planungs- und Bauprozess“ (Tillmanns) erinnern, der deshalb auch so gut gelungen ist, weil die Architekten und Planer hervorragend mit der Balinger Bauverwaltung – zuvorderst Baudezernent Ernst Steidle und Hochbauamtsleiter Michael Wunderlich – zusammengearbeitet haben. Aber auch weil Stadthallenchef Ulrich Klingler seinen unnachahmlichen Optimismus nicht verloren hat. „Uli Klingler ist ein Glücksfall für die Stadthalle und für Balingen“, lobte Staatssekretär Wicker. Hausherr Klingler war es dann auch, der freudestrahlend aus Tillmanns Händen den symbolischen Schlüssel für seine „Gute Stube“ entgegennahm und den Vielen im Saal entgegenstreckte. Auch er schien es an diesem Abend mit dem kanadischen Sänger Michael Bublé zu halten: „I'm feeling good.“

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Die Festivitäten zur Wiedereröffnung der Stadthalle gehen heute und morgen für die Allgemeinheit mit zwei Tagen der offenen Tür weiter. Heute von 16 bis 24 Uhr, am morgigen Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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