Die Direktoren der Volksbank Balingen, Edgar Luippold und Joachim Calmbach, blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr, für ihre „Genossen“ warten sie nach der Mitgliederversammlung mit einer Dividende von 4,5 Prozent auf.

Balingen, 14.05.2010

Krisenjahr beschert Zuwächse

Volksbank Balingen präsentiert ihren Mitgliedern am 20. Mai Erfolgsbilanz für 2009

Krisenjahr beschert Zuwächse
selbstbewusst präsentierte Balingens Volksbankspitze am Mittwoch die Erfolgszahlen eines Krisenjahres. Zuwächse auf breiter Front – „da zahlt man die Steuer-Million mit einem lachenden Auge“.

So es denn das Maß aller Banken-Dinge ist, verweist Volksbankdirektor Edgar Luippold zuvorderst auf das deutliche Plus der Bilanzsumme: nunmehr um 7,9 Prozent gestiegen auf 481 Millionen Euro, inclusive der Verbundprodukte, wie R & V, Union Investment, DG Hyp u.a. gar 853 Millionen Euro. Ebenfalls noch 4,3 Prozent plus.

Dabei könne man auf deutlich mehr Einlagen verweisen als an Darlehen abgerufen worden seien, erläuterte Edgar Luippold: „Die Suche nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Solidität treibt die Menschen bei uns in Balingen an.“ So sei auch die Volksbank bereits 2008 für viele zum sicheren Hafen geworden, und die Kunden seien geblieben: 519 Mio. Euro verbucht die Volksbank an Kundeneinlagen (plus 6,3 Prozent), 318 Mio. Euro beträgt das Kundenkreditgeschäft, auch in diesem Jahr zeichne sich bereits ein erfreulicher Trend ab. Zwar nicht im Wohnungsneubau, aber doch in Renovierungen, energetischen Maßnahmen und eben auch wieder im Firmenkundengeschäft. Voba-Chef Luippold: „Der Mittelstand investiert bereits wieder.“

Von einer Erfolgsgeschichte dürfe auch beim Immobiliengeschäft der Volksbank Balingen gesprochen werden: Nach Rekordumsätzen in 2008 sei von den beiden Mitarbeitern auch 2009 ein neuerliches PLus von 22 Prozent erreicht worden.

Diese positiven Zahlen seien natürlich ebenfalls in der aktuellen Mitglieder und Kundenstruktur auszumachen: „Ich freue mich bereits, wenn ich unserem 20 000. Mitglied einen Blumenstrauß überreichen darf.“ Derzeit seien es exakt 19 612. – 600 mehr als im Vorjahr. Sie sind mit Geschäftsanteilen an der Genossenschaftsbank beteiligt und dürfen mit Bestätigung durch die Vertreterversammlung am Dienstag eine Dividende von 4,5 Prozent erwarten, Weit über eine Mio. Euro Gewinn erwirtschaftete das Geldinstitut im zurückliegenden Geschäftsjahr, dies erlaube einerseits, rund 450 000 Euro als Dividende auszuschütten und fast 700 000 Euro auf die Eigenkapitalseite der Bank zu schaufeln. Fast 36 Mio. Euro betrage es damit. Dies sei angesichts der bevorstehenden Neuerungen aus Brüssel notwendig, und auch, um den Kundenwünschen künftig zu entsprechen, kommentierte Direktor Joachim Calmbach: „Denn die Erfahrung zeigt, dass unsere Kunden die Nähe zu ihrer Volksbank schätzen, das bestätigen unsere Mitarbeiter in den 14 Filialen immer wieder.“ Kunden nutzten die „immer wieder totgesagte Bankfiliale häufig“. Deshalb soll an diesem Netz festgehalten werden.

Die Hauptstelle in der Friedrichstraße indes, die in den vergangenen Monaten im ersten Obergeschoss zu einem Beratungscenter umgebaut worden war, erfahre deshalb auch im Servicebereich in den nächsten Wochen eine Auffrischung. Während dieser Bauphase würde der Kundenverkehr in Bankcontainern abgewickelt, in gewohntem Umfang samt Automaten-Angebot.

Über 32 000 zähle die Bank, zu diesen gehören fast 58 000 Konten. Das Geldinstitut beschäftigt 120 Mitarbeiter. Als einer der stärksten Ausbilder der Branche zählt es elf angehende Bänker. Während der Zinsüberschuss in 2009 um 1,5 Mio. Euro auf elf Mio. Euro gestiegen sei, stagnierten die Provisionen bei 3,1 Mio. Euro.

Gleichwohl hätten sich für das Unternehmen damit in der Summe Gewerbesteuerzahlungen von über einer Million Euro an Balingen und betreffende Gemeinden ergeben. Steuern, die der Verdienende gerne bezahlt, räumt Luippold zufrieden ein. Immerhin hatte die Bank für das Krisenjahr 2008 noch eine Erstattung von 53 000 Euro ausgewiesen.

Zur aktuellen Kontogebühren-Thematik gaben sich die Volksbankverantwortlichen zurückhaltend: „Es ist bei uns nichts in der Pipeline“. Dass dies für die kommenden zwölf Monate so bleibe, darauf wollten sich Luippold und Calmbach nicht festlegen lassen. Zu sehr sei man hier von den aus Brüssel diktierten EU-Regelungen für den internationalen Zahlungsverkehr abhängig, die sich doch deutlich von den bislang gewohnten nationalen mit Kontonummer und Bankleitzahl unterschieden.

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Kommentare unserer Leser


Mogelpackung

Angenommen, Sie kaufen ein Auto, von dem der Verkäufer sagt, es wäre sicher. Bei der ersten Fahrt funktionieren die Bremsen nicht und Sie bauen einen schweren Unfall. Der Verkäufer sagt zu Ihnen, Sie wären selbst schuld, weil Sie ein Produkt gekauft haben, das Sie nicht verstehen.

Genau so argumentiert die Volksbank Balingen: Der Berater, der sich dem Anleger als "Ihre Berater" vorgestellt hat (auch schriftlich), lässt vor Gericht behaupten, er hätte nie als "Berater" fungiert, sondern nur als "Vermittler".

Das "Finanzprodukt", das er mir für meine Altersvorsorge "vermittelt" hat, hat er zwar als "sichere und wertbeständige Kapitalanlage" empfohlen (ebenfalls mündlich UND schriftlich).
Die "sichere, wertbeständige Kapitalanlage" hat zwischenzeitlich 100 % ihres Wertes verloren. Die Volksbank sagt dazu, als Anleger wäre ich selbst schuld, wenn ich ein "spekulatives Produkt" kaufe, das ich nicht verstehe. Eine solche Beteiligung sei immer totalverlustgefährdet.

So seriös ist die Volksbank Balingen.
von Bankkunde am 10.07.2010 09:29:36

Diese Bank ist eine Lachnummer

Da müssen Pat und Patachon aus der Friedrichstraße lange gesucht haben, bis sie die handvoll positiver Fakten für diesen Bericht zusammen hatten. Etwas mehr Ehrlichkeit wäre da durchaus angebracht. Man kann doch nicht in rosaroten Farben von Traumwelten erzählen, wenn die Realität so aussieht, wie es bei dieser Bank der Fall ist.

Seriös und vertrauenswürdig ist das jedenfalls nicht!
von Georg Grimm am 10.06.2010 22:11:49

Welche Mitglieder haben Zutritt?

Als Langjähriges Mitglied der Volksbank habe ich noch keine einladung zu der in den nächsten Tagen stattfindenden Mitgliederversammlung, wie kommt das? Ist dabei nur ein kopfnickender erlauchter Mitgliederstamm erwünscht?
O je was geht bei diesen Genossenschaftlern doch alles an Gutem verloren?
von Volksbankmitglied am 16.05.2010 10:23:47

Was treibt die denn wirklich an?

Kaum zu glauben Herr Luipold Ihr Hinweis auf
"Vertraulichkeit, Solidität...." usw. Die Realität spricht dagegen. Vor Gericht ist Ihre Bank verurteilt worden, Geschädigten Schadensersatz zu leisten.Anständig wäre nun doch, den Gerichtsspruch anzuerkennen. Aber NEIN, Sie ziehen Geschädigte weiter vor Gericht. Die Kunden Ihres Institutes schütteln über soviel Starrsinn den Kopf. TRETEN SIE ZURUECK, IHRE KUNDEN/MITGLIEDER WERDEN ES IHNEN DANKEN!
von vobamitglied am 14.05.2010 22:40:39

Antwort auf: Was treibt die denn wirklich an?

Muss dem Schreiber Recht geben, dass die Hinweise "Vertraulichkeit, Solidarität..." bei allen DG-Fonds-Geschädigten nur noch Gelächter auslösen!
Auch bei meiner Volksbank hängen Hinweise mit "Nachhaltigkeit u.s.w.", nur die Wirklichkeit sieht anders aus.
von vobageschaedigt am 17.05.2010 18:37:37

Wunder Punkt

Zwei ganz interessante Kommentare von heute Vormittag wurden gelöscht. Offensichtlich haben die Kommentatoren wurde Punkte getroffen.

Da sind wir mal gespannt, was die Herren vom Vorstandstisch beim bevorstehenden Märchenabend zu erzählen haben. Die Mitglieder dürfen gespannt sein.

Wenn die Bank schon die brisanten Kommentare löschen lsst, könnte sich der Vorstand wenigstens überlegen, wie er den Motgliedenr erklärt, warum die Dividende in Balingen um über ein Drittel niedriger ist als bei der Volksbank Heuberg.

von Wolfgang S. am 14.05.2010 17:39:05

Was macht eigentlich der Aufsichtsrat?

Wenn er seiner Pflicht nachkommen würde, würde manches anders aussehen.
von VolksAnwalt am 14.05.2010 11:03:25

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