„Mal etwas ganz Neues“
Serenadenkonzert des Frommerner Musikvereins mit der Sängerin Jane Walters
Balingen-Frommern, 14.05.2010 von Julia Klebitz
Tatsächlich war einiges überraschend und manches neu beim Konzert des Musikvereins Frommern. Der anfängliche Trubel tat dem Konzert dann jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil. In der in kurzer Zeit mit Blumen und bunten Lampions dekorierten Halle boten die Frommerner Musiker und ihre Albstädter Gastsängerin Jane Walters ein dynamisches, frühlingsfrisches Abendkonzert.
Unter der Leitung von Roland Rieger und einer professionellen Anmoderation von Isabelle Eppler präsentierte die Jugendkapelle zu Beginn des Serenadenkonzerts eines ihrer Wertungsspielstücke: „Cataluna“. Dieser spanisch-katalonische Musikmix sorgte bereits nach wenigen Minuten dafür, dass die Konzertbesucher den Regen, der durch die Glasfront der Halle zu sehen war, vergaßen und sich auf die südländischen Rhythmen einließen. Nach einem Ausflug ins „Zauberland“ wurde es dann noch flotter. „Caribbean Night“ spielten die jungen Musiker als Zugabe.
Dass auch das aktive Orchester des MV Frommern Temperament hat, zeigte es gleich zu Beginn. Mit „Musik ist Trumpf“ auf den Instrumenten und Romy Galik als Ansagerin am Mikrofon begrüßte es die Gäste erneut. Nach „Pique Dame“ folgte ein Höhepunkt des Abends: Die Albstädter Gospelsängerin Jane Walters präsentierte mit beeindruckender Stimme Georg Gershwins „They can´t take that away from me“. Auch John Miles „Music“ präsentierte der MV zusammen mit Jane Walters. Ein musikalischer Hauptbestandteil des offiziell letzten Stücks des Abends, einem Robbie-Williams-Medley, waren Auszüge aus dem Song „Let me entertain you“. Dass die Frommerner Musiker ihr Publikum gut „entertained“ - also gut unterhalten hatte, zeigte der Applaus. Zunächst eine Polka, dann noch ein Stück mit Jane Walters, die unter anderem im Landesjugendgospelchor singt und an zahlreichen Projekten beteiligt ist und dann noch eine und noch eine weitere Zugabe füllten den Abend.
Trotz des sehr gelungenen Konzerts stiegen einigen der Musiker während der letzten Stücke Tränen in die Augen. Der Grund dafür: Orchesterleiter Markus Koch hatte schon vor einiger Zeit angekündigt aus familiären und beruflichen Gründen pausieren zu wollen. An diesem Tag dirigierte er sein vorerst letztes Konzert. Willy Herter bedankte sich bei ihm für neun Jahre Dirigentenzeit, für „viele humorvolle und intensive Probestunden“, sein großes Engagement bei Wertungsspielen und dem Vereinsjubiläum 2005. Von den Musikern gab es je eine Rose und eine herzliche Umarmung für den scheidenden musikalischen Leiter.
Der zeigte sich ebenfalls sichtlich berührt und dankbar für die „tolle musikalische, motivierende und menschliche Zusammenarbeit“. Zunächst einmal wird er aber noch bis Ende Juli mit dem Musikverein proben und auch danach ist sicher nicht auszuschließen, dass Markus Koch den Dirigentenstab nicht doch noch irgendwann einmal vom Nagel nimmt und zurück kommt.
