Ein Frosch für den Wetterfrosch
Dotternhausener Schlossbergschüler erleben eine Schulstunde mit TV-Meteorologe Sven Plöger
Dotternhausen, 11.05.2010 von Zora Bombach
Als Sven Plöger das Klassenzimmer in der Schlossbergschule betritt, begrüßen ihn die rund 40 Schüler mit Applaus, Jubelrufen und freudigen Pfiffen. Für sie ist er ein Wetterstar. Dass er so gar nicht abgehoben ist, beweist er mit seiner Klimaschulstunde.
Dass der TV-Meteorologe überhaupt nach Dotternhausen kommen konnte, verdanken die Kinder und Jugendlichen ihrem Mitschüler Raphael Saupp. Beim Geolino Wissenstest im Rahmen des 40. internationalen Jugendwettbewerbs „Jugend Creativ“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken hatte er die Jury mit seinem Wissen überzeugt und den Besuch des fernsehbekannten Wetterfrosches gewonnen.
„Die Kinder konnten es kaum glauben, als sie vergangene Woche vom Gewinn erfuhren“, begrüßt Schulleiterin Jeanette Rödler den außergewöhnlichen Gast. Auch Klassenlehrerin Carmen Mattes sei sprachlos gewesen. Dann aber hatten sich die Schüler und Lehrer sofort an die Vorbereitung für den Besuch gemacht. Das Wetter habe dabei selbstverständlich eine große Rolle gespielt: „Jeden Abend haben wir ihre Vorhersagen verfolgt und die Vorfreude ist stetig gewachsen“, erzählt Klassenlehrerin Mattes. „Ihr dürft gerne Wetterfrosch zu mir sagen“, begrüßt Diplom-Meteorologe Sven Plöger die Schüler – und hat ab da die Lacher der vier Klassen sicher.
Mit Feuereifer sind die Kinder bei der Schulstunde dabei. Viele Fragen Plögers können sie wie aus der Pistole geschossen beantworten. Und lernen doch noch was dazu. So könne man Wasserdampf überhaupt nicht sehen, behauptet Plöger. Seine jungen Zuhörer sind erstaunt. „Was sind dann Wolken?“, wollen sie wissen. „Superfeine Wassertröpfchen, von weitem natürlich nicht zu erkennen“, erklärt der Meteorologe. Und die Schüler nicken begeistert.
In seinem Vortrag zählt Plöger außerdem einige extreme Wetterlagen auf, darunter Sturm Lothar. Im Dezember 1999 sei er „live“ dabei gewesen, erzählt der Meteorologe. In einer Holzhütte ohne Keller habe er den Sturm erlebt, eineinhalb Stunden mit drei Erwachsenen auf dem Gästeklo ausgeharrt. „Im ersten Moment denkt man sich als Meteorologe natürlich: 'Ja! Ich war dabei!'“, gesteht er. Dann aber sei ihm bewusst geworden, wie kraftvoll die Natur ist. „Wir leben nur auf dieser Erde, weil die Natur um uns herum es zulässt“, sagt Plöger. „Und gerade deshalb ist es unsere Aufgabe, diese Umwelt zu schützen“, betont er.
Dass sich das Klima ändere, sei nichts besonderes, erklärt der TV-Meteorologe seinen aufmerksamen Zuhörern. „Dass es aber viel schneller geht, als die Natur das vorsieht, daran sind die Menschen mit Schuld“, stellt er fest. „Ihr könnt diesen Klimawandel beeinflussen“, appelliert er an die Schüler. Und erntet tosenden Applaus. Alina Riedlinger überreicht dem Meteorologen daraufhin einen grünen Keramikfrosch. „Es war toll, sie als Lehrer zu haben“, bedankt sie sich im Namen ihrer Mitschüler.
