Ein Marktplatz und ein Café
Dotternhausener Gemeinderat bringt Ortsmitte-Planung auf den Weg
Dotternhausen, 06.05.2010 von Klaus Irion
Dass der Platz neben dem Dotternhausener Rathaus keine Schönheit darstellt, darüber sind sich die Gemeinderäte einig. Die Umgestaltung tut Not. Nun hat die Gemeinde die Möglichkeit über das sogenannte „Leader“-Programm der Europäischen Union fast die Hälfte der veranschlagten 710 300 Euro als Zuschuss für die Umgestaltung zu bekommen. Und so soll es nach dem Willen einer Gemeinderatsmehrheit auch geschehen.
Dabei wäre die ganze Angelegenheit beinahe schon im Vorfeld gescheitert. Der Zuschussantrag war bereits im Sommer 2009 gestellt worden. Mitte Februar aber forderte das Tübinger Regierungspräsidium dann innerhalb einer Woche eine detaillierte Planung und Kostenschätzung. Bürgermeisterin Monique Adrian vergab daraufhin im Rahmen einer Eilentscheidung den Planungsauftrag an das Balinger Lanschaftsarchitektur-Büro Röcker.
Architektin Irmgard Röcker war es dann auch, die am Dienstagabend den Gemeinderäten ihre Vorstellungen präsentierte. Bis zum Sommer 2011 soll ein Marktplatz soll entstehen, auf dem dann auch tatsächlich ein Wochenmarkt seinen Platz fände. Aber auch ein Platz zum schlichten Verweilen, zum Kommunizieren. Dazu würde die benachbarte Bäckerei zum Café erweitert – eine erhöht liegende Terrasse inklusive. „Den Betreibern der Bäckerei gefallen die Pläne“, erklärte Bürgermeisterin Adrian. So auch der Mehrheit des Gemeinderats. Es gab aber auch kritische Stimmen. So bezweifelt Roland Merz (UbW), dass die Größe des Platzes tatsächlich für einen Wochenmarkt ausreicht. Hugo Uttenweiler (UbW) ist „der Zeitplan viel zu eng für solch ein einschneidendes Projekt“.
Und Karl Haller (UbW) sorgt sich um die Gemeindefinanzen. Nach derzeitiger Planung würden 232 000 Euro von der Gemeinde zu stemmen sein. Sofern zu dem „Leader“-Zuschuss von 328 200 Euro noch ein 150 000 Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes hinzukämen. Diese Entscheidung fällt im Juli. „Und wenn nicht?“, wollte Haller wissen. „Dann finanzieren wir das aus den gemeindeeigenen Rücklagen“, antwortete Adrian.
Ob der Dotternhausener Dorfplatz dann aber eines Tages tatsächlich so aussehen wird, wie sie es sich vorstellt, ist noch nicht klar. Denn ein „Leader“-Muss ist die Planungsbeteiligung von Bürgern, die nicht im Gemeinderat sitzen. Folgerichtig wurde am Dienstag ein Planungsausschuss eingerichtet, der sich aus Gemeinderäten, aber eben auch aus interessierten Bürgern zusammensetzen wird. Bürgermeister Adrian bat darum, dass insbesondere auch Projektkritiker mitarbeiten mögen. Karl Haller erklärte sich letztlich dazu bereit, „auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich wieder einmal gegen Windmühlen ankämpfen werde“.
