Sachsen macht´s vor: Von den Besten lernen

Vortrag mit provokantem Titel im Arbeitskreis SchuleWirtschaft – Gerald Heinze referiert

Balingen-Frommern, 06.05.2010 von Zora Bombach

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In der Mensa des Schulzentrums Buhren hatten sich am Dienstagabend Vertreter des Arbeitskreises SchuleWirtschaft versammelt, um von „den Besten zu lernen“. Referent Gerald Heinze stellte das Sächsische Schulsystem vor.

Heinze, Referatsleiter am Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Sport, stellte während seines Vortrags viele Gemeinsamkeiten des sächsischen und des baden-württembergischen Schulsystems heraus. So schlägt sich auch in Sachsen der Demografie-Wandel in der Schülerzahl nieder. Von den 1997 noch rund 38 000 Fünftklässlern sank die Zahl im Jahr 2008 auf rund 12 500 Schüler. Vor acht Jahren gab es deshalb einen „Schulkompromiss“: Die Lehrer sicherten sich mit Teilzeitverträgen ihre Stellen. „Teuer erkauft“, sei das Ganze: Der Vertrag laufe 2010 aus. Die gegenwärtige Situation sei explosiv und eine Lösung noch nicht in Sicht, betonte Referent Heinze.

Vergleichbar seien die Bemühungen beider Bundesländer zur Berufs- und Studienorientierung, erklärte der Referent. Berufswahlpass und Arbeitskreise für Schule und Wirtschaft finde man auch in Baden-Württemberg. Das Engagement und die intensive Zusammenarbeit zwischen Schulamt, Lehrerschaft und Wirtschaft in der Region Neckar-Alb bezeichnete Heinze jedoch als „einzigartig“.

Einen großen Unterschied zum baden-württembergischen System stellt die sächsische Mittelschule dar. Sie vereint Haupt- und Realschule. In einer „Orientierungsstufe“ werden die Mittelschüler gemeinsam unterrichtet. Erst ab Klasse 7 wird bildungsgangbezogen unterrichtet – und das auch nur in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch, Physik und Chemie. Das führe dazu, dass nur zehn Prozent der Schulabgänger einen Hauptschulabschluss hätten. In Baden-Württemberg sind es 30 Prozent. „Die Lehrer haben in der Mittelschule immer ein Auge auf die Schüler, suchen nach Möglichkeiten, die Jugendlichen für den Weg aufs Gymnasium vorzubereiten und schieben sie konstant an“, sagte Heinze.

Um für jedes Kind den richtigen Bildungsweg zu finden, will Sachsen den Schülern auf Mittelschulen und an Gymnasien in Klasse Sechs eine zweite Bildungsempfehlung geben. So könne vermieden werden, den Schülern die Motivation oder gar die Perspektive zu nehmen, erläuterte Heinze die Chancen dieser zusätzlichen Orientierungshilfe.

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