Drei stramme kleine Böcklein

Kurt, Konrad und Karli: Zwei Roßberg-Schafdamen haben Nachwuchs bekommen

Albstadt-Ebingen, 05.05.2010 von Dagmar Stuhrmann

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Basti ist stolz auf seinen Nachwuchs – auch wenn er nicht „geplant“ war: Der französische Quesand-Schafbock, der als Gast auf dem Roßberg lebt, ist der Vater von drei strammen kleinen Böcklein.

„Das war eigentlich nicht vorgesehen,“ sagt Christa Gottschling vom Roßberg-Freizeitverein. Basti, ein wuscheliger französischer und ziemlich aufgeweckter Schafbock mit eindruckvollen Hörnern, scherte sich allerdings wenig um die Wünsche der Zweibeiner und als er bei seinem Gastaufenthalt auf dem Roßberg ausnehmend großen Gefallen an der Kamerunschaf-Dame Karla und deren Tochter Kora fand, war es auch schon geschehen. Vor zwei Wochen brachte Kora den kleinen Karli, der eigentlich Karl-Demian heißt, zur Welt. Am Montag vergangene Woche erblickten Kurt und Konrad das Licht der Welt. Die Mutter der beiden ist Koras Mutter Karla. Dass alle Namen mit einem „K“ beginnen, ist natürlich Absicht...

Auch wenn die „Familienverhältnisse“ ein wenig verworren sind – es kommt nämlich hinzu, dass Karla und Kora eigentlich längst anderweitig „vergeben“ sind –, sind die beiden Schaf-Mütter liebevoll um ihren drolligen und quietschfidelen Nachwuchs bemüht. Die Qualen der Geburt sind längst vergessen und die drei putzmunteren, knuddeligen Baby-Schafe tollen auf dem Roßberg auf der Wiese herum, hüpfen und rennen und achten rund um die Uhr penibel darauf, dass sie ihre Mütter nicht aus den Augen verlieren und dass keines von ihnen beim Säugen zu kurz kommt. Streicheleinheiten für die Kleinen gibt's von allen Seiten, von den Besuchern auf dem Roßberg-Gelände, insbesondere aber auch von den Konfirmanden, die derzeit ein Praktikum auf dem Roßberg machen.

Die Schaf-Idylle ist perfekt. Dabei hatte Christa Gottschling bei der Geburt von Karli um das Leben von Mutter und Baby gebangt. Die Geburt war schwierig, das Schafkind musste mit einer Art Zange auf die Welt geholt werden. Dabei wurde der Kleine am Mäulchen verletzt. Nach der Tortur waren Kora und Karli entkräftet und mussten sich erst ein paar Tage erholen. Auch bei Karla und ihrem Doppel-Nachwuchs verlief die Geburt nicht ganz so problemlos wie erhofft. Inzwischen ist aber alles wieder gut, alle sind wohlauf. Die Strapazen haben sie hinter sich gelassen und genießen jetzt die Vorzüge eines Lebens in der Großfamilie.

Von ihrem Vater Basti haben die Mini-Schäfchen, was das Aussehen angeht, nicht viel mitbekommen: Ihr Fell ist noch genauso glatt wie das ihrer Mütter. Im Gegensatz zu den üppig-wolligen Quesand-Schafen müssen Kamerunschafe, die praktischerweise eher kurzhaarig sind, nicht geschoren werden.

Seine Liebes-Abenteuer sind für den temperamentvollen Basti übrigens nicht folgenlos geblieben. Um weitere ungeplante „Tête-à-têtes“ mit diversen Schafdamen zu vermeiden, ist er inzwischen kastriert worden.

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