Seit 35 Jahren allzeit bereit

Die DPSG Frommern bietet derzeit rund 90 Kindern eine „Alternative zum Alltag“

Balingen-Frommern, 04.05.2010 von Zora Bombach

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Die Frommerner Pfadis werden 35 und feiern das am 16. Mai mit Jubiläumsgottesdienst und Tag der offenen Tür. Vorab gewähren Alexander Stotz und Severin Finkbeiner einen Einblick in die DPSG Frommern.

„Esst ihr Tannenzapfen?“, „Seid ihr noch militärisch?“ oder „Ihr helft doch nur alten Leuten über die Straße!“ – diese Vorurteile bekommen auch die Frommerner Pfadfinder immer wieder zu hören. „Dabei kennen viele Leute unsere Arbeit gar nicht“, sagt Alexander Stotz. Gemeinsam mit Severin Finkbeiner ist er Vorsitzender der DPSG Frommern.

15 junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren tragen bei den „Pfadis“ in Frommern die Verantwortung für rund 90 Kinder und entdecken mit ihnen die Welt. „Wir wollen die Kinder bei dem begleiten, was sie selbst tun wollen“, beschreibt Alexander Stotz den Grundgedanken des Stammes. „Wir bieten eine Alternative zum PC-Spielen, zum Alttagsstress und zeigen, dass man auch in der Gruppe etwas erleben kann“, ergänzt Severin Finkbeiner. So könnten schon 14-Jährige Konflikte lösen, die manch Erwachsener nicht ohne Gewalt bewältigt, erzählen die beiden 21-Jährigen stolz.

Auch sie sind seit ihrer Kindheit bei den Pfadfindern und mit dem Credo „Allzeit bereit“ aufgewachsen – und in ihre Rolle als Leiter „reingewachsen“. „Um die Kinder optimal betreuen zu können, werden wir vom Verband geschult und von der Altpfadfindergilde unterstützt“, erläutert Finkbeiner.

Die jüngsten Stammesmitglieder sind mit fünf Jahren die „Wichtel“. Von da an orientiert sich die Gliederung in „Wölflinge“, „Jungpfadfinder“, „Pfadfinder“ und „Rover“ an den Schulklassen. „Die Leiter können dadurch alle Aktivitäten optimal auf die Altersgruppen zuschneiden“, sagt Stotz.

Die DPSG Frommern ist einer der wenigen Stämme in Deutschland, der eine Wichtelgruppe anbietet. Und noch etwas ist anders: Die Leiter „wachsen“ mit ihren Kindern. Anstatt, wie sonst üblich fortwährend für die gleiche Altersgruppe verantwortlich zu sein, begleiten die Frommerner Leiter ihre Schützlinge von einer Gruppe in die nächste. „Das schafft Vertrauen“, weiß Finkbeiner. „Manches Geheimnis wollen die Kinder ihren Eltern nicht erzählen – dann kommen sie erst mal zu uns“, erklärt er.

Bei den Pfadi-Abenden, im zweiwöchigen Sommerlager und rund 25 weiteren Aktionen im Jahr wächst man zusammen, sagt Stotz. Getragen wird der Stamm von den engagierten Leitern. „Acht- bis zehntausend Arbeitsstunden bringen die 15 Freiwilligen im Jahr zusammen“, rechnet er vor.

Auch für die Geburtstagsfeier am 16. Mai haben wieder viele Helfer die Köpfe zusammengesteckt und am Programm gefeilt. Herausgekommen ist ein „alltagstauglicher Jubiläumsgottesdienst mit viel Action“, versprechen die beiden Vorsitzenden. An Stelle einer Kirchenorgel kommen E-Gitarre und Keyboard zum Einsatz. Auch der Gründer der DPSG Frommern, Pfarrer Peter Malinka, ist beim Gottesdienst dabei.

Im Anschluss gewähren die Pfadfinder beim Tag der offenen Tür einen Einblick in ihre Arbeit. Bereits am 13. Mai bauen sie gegenüber der St. Paulus Kirche eine Jurtenburg auf, in der bis zu 800 Personen Platz finden. Am 16. Mai können die Besucher unter anderem auf einer Bilderwand bis zu den Anfängen des Frommerner Pfadi-Stammes zurückblicken.

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