„Wie jede andere Stadt“
Geislinger Kriminalstatistik weist „keine Auffälligkeiten“ auf
Geislingen, 29.04.2010 von Zora Bombach
„In der Kriminalstatistik sind nur die Polizeibekannten Straftaten registriert“, betonte Revierleiter Melchien zu Beginn seiner Präsentation gestern Abend im Gemeinderat und wies auf das „beträchtliche Dunkelfeld“ unbekannter Delikte hin. Die Aufklärungsquote bei den 173 in Geislingen und Rosenfeld registrierten Straftaten liege dafür bei 63 Prozent – „Hier sind wir gut aufgestellt.“
Im Fünf-Jahres-Vergleich verzeichnete die Polizei bei allen Delikten innerhalb Geislingens bis 2007 einen deutlichen Rückgang. Im folgenden Jahr schnellten die Zahlen jedoch in die Höhe. 2009 gab es nur noch einen leichten Anstieg. „Wo die Gründe für diese Veränderungen liegen, können wir bisher nicht feststellen“, sagte Melchien. Bestimmte Gruppen oder Verbrechens-Serien als Ursache schloss er aber aus.
Melchien betonte, dass es im Vergleich zu den kreis- oder bundesweiten Zahlen „keine Auffälligkeiten“ gebe: „Geislingen ist eine Stadt wie jede andere“. Schömberg weist beispielsweise im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen eine deutlich höhere Verbrechensquote auf.
Einen großen Teil der 173 Straftaten machen Rohheitsdelikte und einfacher Diebstahl aus. Den Schwerpunkt bilden „sonstige Delikte“ wie beispielsweise Beleidigungen, Hausfriedensbruch oder Sachbeschädigungen. „Was zunimmt, sind Wirtschafts- und Computerdelikte“, stellte Melchien fest. Hier verzeichne man momentan eine „immense Steigerung“.
Von den 91 Tatverdächtigen im Bereich Geislingen stellen die Jugendlichen und Heranwachsenden die größte Zahl. „Dieses Bild haben wir bundesweit“, relativierte Melchien diese Beobachtung.
Auf den Brand am vergangenen Freitag im Geislinger Schloss ging Melchien ebenfalls ein und informierte die Räte über die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe (wir berichteten). Ein Drittel der Balinger Kriminalpolizei befasse sich mit dem Brand. „Daran sehen Sie, welche Bedeutung wir dem zumessen“, sagte er.
„Auch wenn wir im Vergleich gut da stehen – 173 Straftaten sind zu viel“, stellte Gemeinderat Friewald Gulde fest. Ratskollege Karl Wisbauer pflichtete ihm bei. Dass es für ein so großes Gebiet wie Geislingen und Rosenfeld nur noch drei Beamte gibt, bezeichnete er als „großes Manko“. „Sie müssen präsenter sein“, forderte Wisbauer. „Wir tun unser Möglichstes“, versprach ihm der Polizeibeamte.
