Sparen mit „Plan B“
Mehr Schulsozialarbeit ohne Personalaufstockung
Albstadt-Ebingen, 28.04.2010 von Dagmar Stuhrmann
Ursprünglich war geplant, eine neue Stelle für die Schulsozialarbeit an den beiden Schulen zu schaffen. Angesichts der Finanznot kommt nun „Plan B“ zum Tragen, den Ingolf Palubitzki, Leiter des Amts für Familie, Bildung, Sport und Soziales ausgerechnet am Tag seines 40. Dienstjubiläums im SKSS-Ausschuss vorstellen musste: Die Schulsozialarbeit an den beiden genannten Schulen wird – dem Wunsch der Eltern und der Schulleitungen entsprechend – eingerichtet. Eingestellt wird jedoch niemand. Es wird „umgemodelt“, d.h. Stunden werden der einen Schule weggenommen und einer anderen übertragen. Die Schulsozialarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin aus dem Bereich Jugendarbeit werden Stunden „umschichten“: Die Schulsozialpädagogin der Ignaz-Demeter-Schule wird ihren Beschäftigungsauftrag teilen und je hälftig mit zehn bis 15 Stunden wöchentlich an der Ignaz-Demeter-Schule in Lautlingen und an der Schillerschule in Onstmettingen sein. Die Mitarbeiterin des Internet- und Jobcafés wird mit zehn bis 15 Wochenstunden am Schulzentrum Lammerberg sein. Für diese Schulen wird auch der Schulsozialpädagoge der Lutherschule mit zehn Stunden pro Woche je nach Bedarf eingesetzt. Die Kooperation zwischen Lutherschule und Jugendtreff Tailfingen soll intensiviert werden, so dass die Mitarbeiterin aus dem Jugendtreff als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht.
Als Folge der Umstrukturierung wird das Ferienangebot in der offenen Jugendarbeit insgesamt reduziert, das Internet- und Jobcafé im Hölzle wird an zwei Nachmittagen geschlossen sein. „Wir müssen schauen, wie es funktioniert,“ sagte Wolfgang Schuldis, Leiter der städtischen Jugendarbeit. Eine Stelle sei eine Stelle und wenn diese nicht besetzt werde, müsse in anderen Bereichen zurückgefahren werden. „Es geht nicht anders. Ich hoffe, dass wir's hinbekommen,“ so Schuldis. Als positiven Aspekt sieht er die sehr gute Vernetzung zwischen Schulsozialarbeit und Jugendarbeit.
„Schulsozialarbeit ist der richtige Weg,“ sagte Manuela Heider (Freie Wähler) gestern im Ausschuss. Sie bedauerte, dass die beiden halben Stellen nicht wie geplant eingerichtet werden könnten und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Umschichtung keine allzu großen Einschränkungen mit sich bringen werde. „Es wird sicher nicht die einzige Kröte bleiben, die wir schlucken müssen,“ prophezeite sie mit Blick auf anstehende weitere Konsequenzen der Finanznot. Christiane Kasprik (ZUG) und Susanne Feil (Grüne) lehnten den Kompromissvorschlag als „Flickwerk“ ab. Das veränderte Konzept führe dazu, dass keine „normale Schulsozialarbeit“ mehr geleistet werde, sondern nur „Notfallhilfe“.
Schulsozialarbeit an acht Albstädter Schulen
Mit 3,9 vollen Stellen wird in Albstadt die Schulsozialarbeit bewerkstelligt: Schulsozialarbeiter gibt es bereits an der Kirchgrabenschule, an der Hohenberg- und an der Schloßberg-Realschule in Ebingen, an der Lautlinger Ignaz-Demeter-Schule, an der Lutherschule und an der Wilhelm-Hauff-Schule in Tailfingen. Jetzt kommen die Schillerschule und das Lammerberg-Schulzentrum hinzu.
Die Schulsozialarbeiter sind Ansprechpartner für Schüler, Eltern und Lehrer. Die Schulsozialarbeit ist geprägt von der sozialpädagogischen Arbeit mit Klassen, von Beziehungs- und Beratungsarbeit mit Einzelnen und Gruppen. Die Vernetzung bietet Kooperationsmöglichkeiten.
